Jahn-Coach Thomas Stratos zum 3.-Liga-Auftakt gegen Unterhaching
„Wenn du lachst, bringst du mehr Leistung“

Immer gut gelaunt: Jahn-Trainer Thomas Stratos. Bild: Herda
Sport
Regensburg
18.07.2013
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Immer gut gelaunt: Jahn-Trainer Thomas Stratos. Bild: Herda

Da lacht er schon wieder: Trainer Thomas Stratos hat die gute Laune zurück ins Team gebracht, das bestätigen seine Spieler. Doch am Samstag, 14 Uhr, wird‘s ernst im Jahn-Stadion: Die SpVgg Unterhaching kommt zum Auftakt der Drittliga-Saison nach Regensburg und bringt mit Fabian Götze zumindest eine prominent klingende Verstärkung mit.

Herr Stratos, Abdenour Amachaibou bestätigt im Interview unseren Eindruck – Sie haben die gute Laune zurück ins Team gebracht, charakterlich seien Sie ein echtes Vorbild, weil Sie ein echter Kumpeltyp sind. Und mit Ihnen lache man vor, beim und nach dem Training. Ist das die Voraussetzung für den kommenden Erfolg und hat Abdenour nach solchen Hymnen auf den Trainer seinen Stammplatz sicher?

Stratos: Ohoho, den Stammplatz hat er wegen seiner fuballerischen Leistungen sicher, nicht wegen des Lobes. Aber natürlich freut es mich, wenn die Mannschaft das so sieht, weil du beim Fußballspielen, wenn du lachst und Freude hast, mehr Leistung bringst, als wenn du verkrampft rausgehst.

Bei unserem letzten Gespräch haben Sie gesagt: Über die neuen Spieler kann ich noch nicht viel sagen, weil die Transfers vor mir zustandekamen. Was können Sie jetzt über die Sportsfreunde Anastasopoulos, Aosman und Dressler sagen – passen alle ins Team, was sind Ihre Stärken?

Stratos: Dimitrios Anastasopoulos ist ein ruhiger Spieler, der trotz seiner jungen Jahre schon beträchtliche Erfahrung hat. Er hat ja in der Ersten Liga in Griechenland gespielt, was nicht einfach ist. Lass es mich so sagen, er ist von dort Gutes wie Schlechtes gewoht und kann damit umgehen. Er strahlt Ruhe aus und ist wichtig für unser Spiel.

Romas Dressler ist eben der Spielertyp, den ich bevorzuge: groß, kopfballstark, spielstark, der Bälle ablegt, immer Anspielstation und viel unterwegs ist, manchmal zu viel.

Aias Aosman ist ein riesen Talent, er wurde mir schon beim SC Wiedenbrück von mir bekannten Eltern angeboten, da war er vielleicht 16 – eine Verpflichtung war noch nicht möglich, weil er noch zu jung war. Er war dann in den Schulferien regelmäßig bei mir, kam dann im zweiten Jahr tatsächlich nach Wiedenbrück und wechselte in der Winterpause zum 1. FC Köln, wo er einen Profivertrag unterschrieb. Ich bin sehr glücklich, dass er zu uns gekommen ist.

Und sie stehen auch zu den anderen Spielern, für deren Transfer Sie nicht verantwortlich sind?

Stratos: Das sind alles meine Spieler, meine Jungs, zu denen ich 100-prozentig stehe und zu denen ich vollstes Vertrauen habe.

Daraus resultiert dann welche Startelf am Samstag?

Stratos: Die Startelf ist auch für jeden Außenstehenden zu erkennen, ich bin da kein großer Geheimniskrämer. Wir hatten gegen Dresden eine Anfangsformation, die so auch am Samstag aussehen könnte.

Amachaibou verriet auch, dass Sie lieber 5:4 als 1:0 gewinnen – dürfen wir mit einem geballten offensiven Mittelfeld rechnen?

Stratos: Naja, es ist ja eigentlich so, dass alle Tore schießen sollen, und wenn man sieht, wer in der Vorbereitung tatsächlich welche geschossen hat, dann passt das auch, weil es sich auf viele Schultern verteilt. Aber es ist schon richtig, wir wollen das Spiel gestalten, nach vorne spielen, weil das der Fußball ist, den die Zuschauer im Stadion und auch der Trainer sehen möchte – mit vielen Toren möglichst auf der richtigen Seite.

Der Gegner möchte auch mitspielen: Unterhaching schloss die letzte Drittliga-Saison als Tabellenneunter ab, spielte beim 2:2 im Testspiel gegen Nürnberg stark und hat sich mit Fabian Götze prominent verstärkt. Wie schätzen Sie die SpVgg ein?

Stratos: Das ist eine junge Mannschaft, die viel in Bewegung ist, sie macht einen sehr fitten Eindruck und verfügt über gute Einzelspieler. Über Götze kann ich nicht viel sagen – als er bei Mainz II war, haben wir mal gegeneinander gespielt.

Sie sind in den Chor jener miteingefallen, die den 1. FC Heidenheim, Preußen Münster und Redbull Leipzig zu den Favoriten erklären – sehen Sie Ihre eigene Mannschaft da chancenlos oder ist auch etwas Understatement dabei?

Stratos: Ja, klar, das sagst du halt dann, weil du dir anguckst, wie sind die finanziell aufgestellt, zum Beispiel Leipzig, wie haben sich die verstärkt und dann gibst du halt eine Prognose ab, die nicht viel aussagt. Über uns kann ich erst recht noch nichts sagen, man muss erst einmal gegen die anderen Mannschaften spielen, um das eigene Leistungsvermögen richtig einschätzen zu können. Warten wir mal die ersten vier Spiele ab, dann schauen wir weiter. Nach Unterhaching geht‘s nach Heidenheim, eine Woche später nach Duisburg und dann kommt der FC Chemnitz, die wollen auch aufsteigen. Danach sehen wir weiter, wo wir uns selber einstufen können. Wie wir uns in der Breite verhalten, also im Ligaalltag, ist noch mal ein anderes Thema.

Sie haben jetzt die ersten Monate Regensburger Jahn-Verhältnisse hinter sich – sind Sie immer noch zufrieden mit der Berufswahl?

Stratos: Sehr zufrieden, wenn ich das Ergebnisse der Testpiele und das Training sehe – mit der Mannschaft läuft‘s harmonisch, aber es wird auch gekämpft und gekratzt. Ich merke also, wer sich aufdrängt, wer unbedingt spielen möchte.