Jahn Regensburg ringt mit bester Saison-Leistung Wolfsburg nieder
Die Oberpfalz spielt wieder Profi-Fußball

Die Erlösung: Der Knoten ist geplatzt. Bild: Herda
Sport
Regensburg
29.05.2016
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Bundesligareife Choreografie auf der Hans-Jakob-Tribüne. Bild: Herda
 
Der Jahn-Meditationskreis vorm Spiel. (Foto: Sascha Janne)
 
Jann George mit der ersten Chnace in der ersten Minute. (Foto: Sascha Janne)
 
Markus Ziereis am Boden, der fällige Elfmeterpfiff blieb aus. Bild: Herda
 
Alexander Nandzik setzt zu einem seiner Flügelwieselläufe an. (Foto: Sascha Janne)
Regensburg: Continental-Arena |

Schöner als der Aufstieg in die 2. Liga: Erstens, weil der SSV Jahn ein 0:1 mit bärenstarker Leistung in ein 2:0 dreht – ein gefühltes 5:1 mit vier Latten und einem verweigerten klaren Elfer. Zweitens: Weil der Entscheidungskrimi zu Hause stattfindet. Und drittens, weil 14.189 Zuschauer die Continental-Arena erst in einen Hexenkessel für Wolfsburg und dann in ein Tollhaus verwandeln – die „Pure Lust am Leben“, die Region feiert am Rasen den Rückkehr der Oberpfalz in den Profifußball.

Dass wir alten Pessimisten das nochmal erleben dürfen: Als Jahn-Masochist denkt man natürlich zunächst daran, was alles schiefgehen könnte – und es ja meistens auch tut. Ein 0:1 in Wolfsburg, das Rückspiel vor der Brust gegen eine pfeilschnelle Kontermannschaft, die 12 Pflichtspiele in Folge gewann, fünf Spiele kein Gegentor bekam – und gegen die soll sich unsere wacklige Hintermannschaft keinen Treffer einfangen? Wenn die nur eines machen, dann muss der SSV drei schießen – gegen eine der stärksten Abwehrreihen aller Regionalligen. Woher soll man diesen Optimismus schöpfen?

Ein Team, ein Verein, eine Stadt wachsen über sich hinaus

Und doch, wenn’s darauf ankommt, kann der SSV über sich hinauswachsen: Wie gegen den FSV Frankfurt, wie gegen Sandhausen, wie gegen Karlsruhe – und nun eben auch gegen hochmotivierte Jungwölfe, die nach 2014 zum zweiten Mal in der Relegation scheitern. Wie bitter für die Niedersachsen: Trainer Valérien Ismaël schleicht, ganz einsamer Wolf, allein über den Rasen, Sportchef Pablo Thiam in dieser Nähe so fern ebenfalls ganz für sich. Das elende Häufchen der grün-weißen Fans sitzt niedergeschlagen auf den Plätzen im Gästeblock.

„Nüüüü mööööhr, Drütttöö Ligaaaa, nüüüü mööör, nüüü möör“, grölt Markus Ziereis, eine Stimme wie ein besoffener Blaubär, in memoriam Tobi Schweinsteiger. Der Rasen der Conti-Arena füllt sich mit Zuschauern, diszipliniert wie beim Queuing up vorm Londoner Doppeldecker-Bus marschieren die Fans erst von der Hans-Jakob-Tribüne im Gänsemarsch hintereinander auf das schon jetzt heilige Grün, dann strömen sie aus allen Himmelsrichtungen.

Party wie beim Rockkonzert

Bierduschen, das Humpta-Trätarä, Oli Hein stimmt eine improvisierte Strophe an, eine umgedichtete Rittersleut-Variante, fröhliche Ausgelassenheit. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs marschiert noch etwas unschlüssig am Feld wie weiland Franz Beckenbauer nach der WM 1990 – oder vielleicht auch nur, weil er Angst vor der Bischofshof-Taufe seines schicken Zweireihers hat.

Nur ein Häufchen adrenalingeschwängerter Jungbullen und -wölfe liefern sich am Gästezaun ein kleines, zum Glück nur rhetorisch-gestisches Scharmützel, womöglich die Retourkutsche für die „Scheiß Regensburg“-Gesänge in der fernen Volkswagenburg. Schöne Bilder für Ethnologen, die hier das Stammesverhalten des jungen männlichen Homo fanaticus studieren können.

Ismaël: „Es ist traurig, es tut weh“

In den Katakomben müssen mittlerweile die armen Fußballlehrer Stimme und Worte wiederfinden, um nach dieser emotionalen Ausnahmesituation einigermaßen sachlich das Geschehen zusammenzufassen. „Erst mal Gratulation, Heiko, an dich und deine Mannschaft“, sagt mit Grabesstimme ein völlig geknickter Valérien Ismaël, „ein verdientes 2:0. Es ist traurig, es tut weh, es ist ärgerlich – ich glaube, dass wir die erste Welle gut überstanden haben, das war gewaltig von Regensburg.“ Dann hätten auch die Wölfe die Chance gehabt, ihr Tor zu erzielen, das man unbedingt gebraucht und gewollt hatte – einmal Abseits, zwei, drei Situationen, die man aus Nervosität überhastet vergeben habe.

„Eigentlich, erste Halbzeit war alles in Ordnung, danach waren wir zehn Minuten nicht auf dem Platz – dann der Elfmeter, zu billig aus meiner Sicht.“ Ein unnötiger Schubser, nicht einmal ein Zweikampf: „Wir waren in Überzahl nach dem langen Einwurf – aber gut, das ist immer so, wenn du mit jungen Spielern arbeitest, dass da die Nervosität durchkommt.“ Es sei aber noch nicht der Knackpunkt gewesen. „Aber dann kommt der Druck und das zweite Tor, das hat natürlich dem Jahn in die Karten gespielt.“ Der VfL habe alles versucht, um das Tor noch zu erzielen, Pentke habe stark gehalten, beide Mannschaften hätte auf Augenhöhe gespielt: „Wir haben den Kürzeren gezogen, wieder einmal.“

Gentleman Heiko Herrlich

„Direkt nach Spielende bin ich erstmal zu Valérien rübergelaufen und habe ihm gratuliert zu seiner Mannschaft“, legt Heiko Herrlich wieder einmal Gentleman-Manieren an den Tag. „Der DFB muss sich mal überlegen, ob man das ändert“, kritisiert er angesichts der Niedergeschlagenheit des Gegners den Relegationsmodus, zumal der VfL II mit Abstand die beste Mannschaft sei, die er bisher in seiner Zeit als Jahn-Trainer erlebt habe. So nach 30 Minuten hatte er das bange Gefühl: „Hoffentlich haben wir jetzt nicht alles verschossen.“ Auch in der zweiten Hälfte nochmal Bedenken, ob seine Jungs das Tempo bis zum Schluss gehen können. Aber mit der Auswechslung der bis zum letzten Korn verausgabten Hesse, George und Pusch habe man auch die letzten Minuten noch überstanden.

Und dann erschreckt Herrlich die PK-Gäste mit schwarzem Humor: „Warten wir die Doping-Kontrolle ab, ob der eine oder andere gedopt war“, umschreibt er die Leistungsexplosion seiner Mannschaft. „Das war eine sensationelle Leistung. Natürlich hatten wir in der einen oder anderen Situation Glück – selbst beim letzten langen Ball, der dann nochmals aufs Tor geköpft würde. Wenn ein Tor fällt, wären wir in der Regionalliga geblieben“, beschreibt er das nervenzehrende Herzschlagfinale. „Obwohl wir heute Chancen für 5,6 Tore hatten.“

Ausnahmezustand schon vorm Spiel

Schon eine Stunde vor dem Spiel ist mächtig was los rund um die Allee des CSU-Säulenheiligen. Pfiffe beim Einlauf der Jungwölfe fürs Warming up. Zeigen die Niedersachsen heute erstmals Nerven? Der ein oder andere kennt ja bereits Bundesliga-Atmosphäre, da werden ihn knapp 15.000 Oberpfälzer Schreihälse auch nicht einschüchtern können. Oder doch? Schließlich zählt auch für sie: Heute sind sie keine Mitläufer bei den Profis, heute müssen sie Verantwortung übernehmen, heute kommt’s auf sie an.

Einlauf in Rot, eine Geräuschkulisse, als ob’s nie einen Abstieg, Frust und Ärger über pomadige Auftritte gegen die Kleinen der Regionalliga gegeben hätte: Applaus brandet auf, es zählt nur das Jetzt und Heute. „Jahn Regensburg, wir lassen dich nie allein …“ – ein wenig Anfield Road, „you’ll never walk alone …“ Per Videobotschaft drücken natürlich der Beff und Olympionike Philipp Pfleger die Daumen.

Überfall: Als gäbe es kein Morgen

Nur kleine Überraschungen in der Aufstellung: Haris Hyseni fehlt in der Startformation, Heiko Herrlich setzt vorne auf eine Zange mit Uwe Hesse, Jann George und Markus Ziereis. Und der SSV legt los als gäbe es kein Morgen– das Stadion tobt, als Jann George fast vom Anstoß weg in den 16er eindringt – die 9 kann aber die Kugel nicht kontrollieren, lässt sich abdrängen, nur ein Schüsschen zum Aufwärmen für Keeper Alexander Brunst-Zöllner, der so gerne Mode von Thor Steinar trägt.

Die Wölfe sind beeindruckt von den überfallartigen Angriffen der Regensburger: Gute Idee von Alex Nandzik, Seitenwechselversuch auf Hesse, leider zu ungenau. Dann die erste Ecke – wumms, der hätte gepasst, Markus Ziereis köpft das Ding an die Lattteeee (5.). Der SSV lässt nicht locker, Freistoß von halbrechts, 25 Meter, Pusch mit dem Trick kurz auf George, der nur fast gelingt. Und dann erzwingt sich der bayerische Vertreter die nächste Großchance. Ziereis ist am Fünfer durch, sein Gegenspieler tritt ihn auf den Fuß, autsch, die 11 fällt – klarer Elfer, aber Martin Petersen ist die Sicht verstellt, Abstoß! Das Stadion hyperventilliert (8.).

Versemmelte Großchance

Nur langsam kann sich Wolfsburg ein wenig von der erdrückenden Umarmung der Hausherren befreien. Nach einem schwach geschossen Freistoß setzt der SSV zum Konter an, Nanzdik und George bereiten vor, Hesse marschiert in den Strafraum, allein vorm Torwart halblinks – aber anstatt zu schießen, will der Semmelblonde durch zwei Wölfe durchstecken und spielt den Ball genau an den Fuß des Verteidigers – erstmals Schockstarre im Stadion, wer solche Chancen versemmelt, hat einen schweren Stand (15.). Das ist die Crux beim SSV: Die Rot-Weißen wollen die Kugel reintragen, in Handballmanier kombinieren sie sich um den 16er rum, vergessen aber den Abschluss (19.).

Auf der anderen Seite gewinnen die Grün-Weißen in Auswärtsblau langsam Selbstvertrauen. Die Ecken der Wölfe aber bisher überschaubar brisant – auch Nummer 3 und 4 kein Drama (24.). Im Ansatz ist die Strategie der Gäste erkennbar: Schnelle Tempogegenstöße, den quirligen Halal El-Helwe kann Nandzik gerade noch ausbremsen (25.). Am besten so: Hein retourniert einen Ball vom Mittelkreis, im Strafraum kommt Ziereis ein wenig zu spät (29.).

Es brenzelt im Jahn-Strafraum

Erste knifflige Situation im Jahn-Strafraum: George vertändelt den Ball, Paul Seguin nimmt Tempo auf, gefährliche Flanke von rechts, El-Helwe verpasst knapp (31.). Nach erbarmungswürdigem Fehlpass von Hein muss Palionis die Notbremse ziehen. Gelb und Freistoß 25 Meter zentral – Hein entschuldigt sich beim Retter. Sebastian Stolze kann von rechts unbedrängt flanken, Philipp Pentke unterläuft den Ball, El-Helwe köpft um Haaresbreite neben das leere Tor (34.) – so schnell kann Endstation Sehnsucht kommen.

Gutes Stellungsspiel von Odabas, sonst wäre Sportsfreund El-Helwe durch gewesen (36.). Taktisches Foul an Hesse, Gelb für Sebastian Wimmer: Puschens Freistoß aus 25 Metern halbrechts noch keine Erleuchtung, den zweiten Ball knallt Palle in den blauen Himmel (41.). Nach einer tikitaka-Kombination über Hein verzieht Hesse aus 10 Metern (44.). Dann macht das Jahn-Herz einen Sprung: Während Spieler und Zuschauer längst das Abseits realisieren, spielen die Wölfe weiter, der Ball zappelt im Netz, was nun? Man weiß ja nie, aber Katrin Rafalskis Fahne ist oben, nichts mit 0:1. (45.).

Der Wiedergutmachungselfer

Der Jahn wie zu Beginn der ersten Hälfte auch jetzt wieder präsenter. Schöner Spielzug über Hesse auf rechts zu Hein, gute Flanke auf den Elfer, Lais köpft drüber (49.). Wolfsburg bringt den erfahrenen Bastian Schulz für den Hinspiel-Goalgetter Jannis Pläschke. George setzt sich links mal energisch durch, aber kein Problem für den VfL-Keeper, den Ball aus spitzem Winkel festzuhalten. Der SSV lässt nicht locker, bissig, giftig, erkämpfen die Oberpfälzer den Einwurf an der rechten Seitenlinie: Hein mit dem weiten Einwurf – was ist da los? Bevor der Ball auch nur im Strafraum ankommt, geht Pusch zu Boden, ein sinnloser Schubser von Wimmer und Schiri Petersen zeigt auf den Punkt.

Klar, harte Entscheidung, aber den kann man geben – und es ist auch ein wenig der Wiedergutmachungselfer für die Fehlentscheidung zu Beginn. Andi Geipl schnappt sich die Kugel. Da sei nichts abgesprochen gewesen, meint Herrlich danach. „Der Andi hatte ein gutes Gefühl.“ Gefühl hin oder her, aber sieht der Bursche auch aus seiner Maske? Herzrasen beim Anlauf, Gedanken an Puschs verschossenes Ding, aber die 8 legt die Kugel hart und flach neben den linken Pfosten ins Netz, keine Chance für Brunst-Zöllner, das Stadion explodiert, der „Ausgleich“ zum 1:0 (54.).

Rammstein-Kulisse

Und der Jahn erhöht den Druck. Sensationeller Spielzug über Oli Hein, der Hesse rechts steil in den 16er schickt – auf den ersten Blick ein genialer Querpass des Blonden, auf den zweiten der unglückliche Abwehrversuch des Blauen, egal, Pusch bedankt sich in der Mitte freistehend mit dem 2:0 auf fünf Metern (57.), der Torjubel aus 14,1-K-Kehlen: Rammstein Mädchenpensionat dagegen! Ruhe bewahren, noch ist nichts gewonnen, leere Hand, volle Hand – schießen die Wölfe ihr obligatorisches Auswärtstor, zerrinnt das Glück wie Schneebälle am Grill.

Was nun, Wolfsburg? Paul Seguin mit dem Verzweiflungsschuss (59.). Der umworbene Mayea Hernandez mit einem super Antritt – schon das Vorspielen für Minnesänger Herrlich? Aber sein Schuss geht ins Nirgendwo (64.+65.). Erst hast du kein Glück, dann kommt auch noch das Pech dazu: Bei der Ecke rutscht der Wolfsburger auf dem roten Fan-Gimmick aus (68.). Keiner kann Hernandez beim Antritt stoppen, Flanke von links, der Wolf kann den Kopfball nicht mehr torgerecht drücken.

Latte (ohne macchiato) Nummer 3 und 4

Die nächste Jahn-Chance, Hesse traut sich nicht, legt aber ausgezeichnet auf Lais ab, dessen Drehschüsschen hüpft drüber (70.). Und noch einmal die Latte nach einer Ecke: Keeper Brunsbüttel unterläuft den Ball, Ziereis mit dem Schädel vorm leeren Tor, das Aluminium vereitelt den Triumph des besten Regensburger Schützen (73.).

Herrlich zieht die erste Joker-Karte: Für den der Ohnmacht nahen Hesse kommt André Luge. Flotter Konter über George, der legt ab für Pusch, ein wuchtiges Ding knapp übers Dreieck (75.). Der zweite Wechsel in den Freistoß der Wölfe hinein: Für den leergepumpten George kommt Stabilisator Marvin Knoll. Der zweite Ball auf den Freiwolf, Pentke glänzend (79.). Vierte Latte nach der 5. Ecke: Diesmal möchte Kapitän Markus Palionis wissen, wie das klingt (82.).

Nägelkauen bis zum Schluss

Inzwischen liegen die Nerven bei den Gästen blank – immer wieder attackieren sie die aufreizend eleganten Ballkünste der Regensburger, die so Zeit von der Uhr nehmen. Wimmer übertreibt es und sieht dafür Gelbrot (83.). Der dritte Wechsel, Thomas Paulus als Zementwerk für hinten drin löst Pusch ab, der am Zahnfleisch daherkommt (88.).

Das ist aber doch jetzt die Entscheidung? Andi Geipl will sein Lebenswerk krönen, läuft durch die gesamte Wölfe-Abwehr, tunnelt den Keeper – und dann ist noch ein weiß-grüner Stutzen im Weg und verhindert auf der Linie das Tor-Triple. Ach neee, Marvin! Knoll haut den Freistoß einfach in die Einmann-Mauer. Glück gehabt, er wird wiederholt, weil der Wolf zu früh reingelaufen ist. Noch ein Konter, drüber … wie lange noch? Ein letzter langer Ball, der Kopfball auf den Mann ohne Nerven – Pentke hält den Aufstieg fest, auuuuussss, das Spiel ist auuuuusss, der Jahn verlässt nach nur einer Saison die billigen Dorfplätze (93.)!

„Den nächsten Elfer schiaß i“

„Klar werden an solchen Tagen Helden geboren“, antwortet Andi Geipl auf Martin Kochs enthusiastische Frage. Aber bescheiden ergänzt er: „Helden samma die ganze Mannschaft heit, weil ma von Anfang an Vollgas gem ham. Die Fans war‘n 90 Minuten hinter uns g‘standen.“ Zum Elfmeter sagt der stille Held: „I hab drin immer g’sagt, den nächsten Elfer schiaß i, wenn i mi guad fühl‘, i hob den Ball gnumma, es hod se koaner beschwert und hau’n nei.“

Marvin Knoll mit noch ganz leerem Kopf im leeren Stadion: „Wahnsinn, die Kulisse war heute ein entscheidender Faktor, dass wir das Ding gezogen haben. Wie sie alle aufgestanden sind, wie sie uns alle unterstützt haben die ganze Zeit!“ Ans Schlafen sei nicht zu denken: „Alle Läden müssen damit rechnen, dass der Jahn Regensburg dort einmarschiert und das ganze Ding auseinander nimmt.“

Und Markus Palionis lobt nach der Doping-Probe: „Ich bin so stolz auf die Jungs, die haben da wirklich ein Feuerwerk abgefackelt – das ist der Erfolg meines Lebens als Fußballspieler.“ Er sei richtig glücklich, Teil dieses Vereins und auch Teil dieser Stadt zu sein.“

Zu früh für die Analyse, Zeit für Zuversicht

Der VfL Wolfsburg hat es nicht geschafft, der FC Bayern hat es nicht geschafft, Waldhof-Mannheim scheiterte genauso wie Elversberg. Und die Regensburger machen trotz der Mühen der Regionalliga-Ebene und dem Psycho-Terror der Relegation den sofortigen Wiederaufstieg perfekt! Es ist zu früh für eine Analyse, für ein „was wäre gewesen, wenn …?“ Christian Brand weitermachen hätte dürfen, der immerhin Rostock ins gesicherte Mittelfeld führte.

Aber eines kann man jetzt schon sagen: Heute ist kein Tag für Besserwisser und Grantler, sondern für ein versöhnliches Danke: Welche Entscheidungen und welche Weichenstellungen den SSV Jahn auch immer von der Zweiten in die Vierte Liga durchreichen ließen, das ist mit dem heutigen Tag Vergangenheit.

Sportchef Christian Keller hat in relativ kurzer Zeit dazugelernt. Mit Heiko Herrlich hat Regensburg einen Champion an der Seitenlinie, dem Kontakte in beste Fußballkreise zuzutrauen sind – mit den beiden sollte eine solide Drittliga-Planung möglich sein. Ab sofort. Und dann muss das traditionelle Auftakt-2:0 gegen den MSV Duisburg her, um die 15.000 Zuschauer langfristig bei der Stange und in der Arena zu halten – „und irgendwann steigen wir wieder auf!“
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