Jahn Regensburg zieht nach 6:4-Sieg ins Pokal-Viertelfinale ein
FC Amberg scheitert erst im Elfmeterschießen

Eine brenzlige Situation im Amberger Strafraum: Kai Hempel (am Ball) kann gerade noch vor Marcel Hofrath (links) klären. Rechts neben Hempel Alexander Jobst, in der Mitte FC-Kapitän Michael Plänitz und Thomas Lincke (Zweiter von rechts). Bilder: Ziegler/Herda
Sport
Regensburg
09.09.2015
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Eine brenzlige Situation im Amberger Strafraum: Kai Hempel (am Ball) kann gerade noch vor Marcel Hofrath (links) klären. Rechts neben Hempel Alexander Jobst, in der Mitte FC-Kapitän Michael Plänitz und Thomas Lincke (Zweiter von rechts). Bilder: Ziegler/Herda
 
Jahn-Coach Christian Brand konnte mit seiner B-Elf nicht zufrieden sein.

FC Memmingen, TSV Buchbach, SC Eltersdorf, SV Schalding-Heining und der SSV Jahn Regensburg – mit dem Regionalligisten steht seit Mittwochabend ein weiterer Viertelfinalist des Bayerischen Toto-Pokals fest. Denn die

Es war das zweite Aufeinandertreffen der oberpfälzer Fußball-Schwergewichte in dieser Saison. Im ersten Duell in der Liga behielt der SSV Jahn am 14. August vor 12.689 Zuschauern, was einen neuen Rekord dargestellt hatte, knapp mit 4:3 die Oberhand – und es ging noch spannender. „Regensburg ist absoluter Favorit. Der SSV und der FC Bayern München II trainieren unter Profibedingungen. Sie sind in der Regionalliga eine extra Liga für sich“, schätzte Rost vor der Partie ein.

Er musste lediglich auf Andreas Graml verzichten, der nach seiner schmerzhaften Knochenhautentzündung am Schienbein erst langsam wieder mit dem Training begonnen hatte. Gegenüber dem 0:1 am Wochenende bei der SpVgg Unterhaching veränderte der Amberger Coach seine Startformation auf drei Positionen: Michael Dietl, Junior Torunarigha und Sebastian Hauck saßen zunächst auf der Bank. Für sie begannen dieses Mal Kai Hempel, Tobias Wiesner und Christian Knorr – Rost wählte also eine etwas defensiver ausgerichtete Aufstellung.

Ohne 7 Stammspieler

Regensburgs Trainer Christian Brand stellte nach dem 1:0-Auswärtserfolg bei den Amateuren des TSV 1860 München gleich siebenmal um: Marc Lais, Marvin Knoll und Jann George fehlten komplett, Markus Ziereis, Kolja Pusch, Philipp Pentke und Uwe Hesse schauten zunächst nur zu. Für sie rückten David Pokorny, Martin Tiefenbrunner, Ali Odabas, Sven Kopp, Fabian Trettenbach, Daniel Schöpf und Andreas Jünger in die Anfangself.

Die tat sich gegen die gut gestaffelte Amberger Mannschaft, die im 4-4-2-System agierte, ungemein schwer. Auf der Gegenseite griffen die Gastgeber früh an und unterbanden so ein geordnetes Aufbauspiel der Gelb-Schwarzen. Die logische Folge: Torszenen waren Mangelware, viel spielte sich im Mittelfeld ab. Bis zur siebten Minute, in der ein Standard zur Jahn-Führung herhalten musste. Ein Freistoß von Daniel Schöpf segelte in den Amberger Strafraum, wo Frank Lincke und Thomas Kurz zum Kopfball hochstiegen. Ob es das vom Stadionsprecher genannte Eigentor des Ambergers war, darf bezweifelt werden und konnte selbst in der Wiederholung der Videoaufzeichnungen nicht hundertprozentig festgelegt werden. Kurz war auf Fälle zur Stelle und machte aus kurzer Distanz das 1:0 (7.).

Chancen Mangelware

Ein Treffer, der dem Regionalliga-Spitzenreiter in die Karten spielte, und der in der Folgezeit weitaus mehr Spielanteile und Zug zum gegnerischen Kasten hatte. Der FCA fand kein Mittel, um die Jahn-Elf wirklich auszuhebeln. Bis zur 16. Minute, als die Gäste erstmals etwas gefährlich vors Regensburger Tor kamen: Doch Marco Wiedmanns zögerlicher Versuch mit links wurde von der SSV-Abwehr abgeblockt, ehe Martin Tiefenbrunners Schuss (20.) doch weit am langen Eck des FCA-Gehäuses vorbeistrich und Daniel Schöpf es aus 20 Metern versuchte, doch in FCA-Keeper Matthias Götz seinen Meister fand (25.).

Erst aber der 30. Minute fasste sich der FC ein Herz und suchte entschiedener den Weg nach vorne. Allerdings blieben Chancen weiterhin Mangelware. Entweder der letzte Pass war zu ungenau, oder die Jahn-Defensive erstickte die Amberger Bemühungen schon frühzeitig im Keim. Zielstrebiger blieben die Platzherren: So in der 37. Minute, als Schöpf das Leder ans Außennetz des FCA-Gehäuses nagelte. Nur 60 Sekunden später dann die beste Möglichkeit der Vilsstädter, als der durchgebrochene Christian Knorr gerade noch abgeblockt wurde und Julian Ceesay aus 28 Metern weit am linken Pfosten vorbeizielte (45.) – die letzten Aktionen einer eher durchschnittlichen ersten Halbzeit.

Amberg in der zweiten Halbzeit aktiver

Die zweite begannen die Teams in unveränderten Aufstellungen und der FC Amberg kam weitaus aktiver aus der Kabine. Doch mehr als zunächst ein Freistoß, den Thomas Schneider (49.) weit über die Latte zirkelte, sprang nicht heraus. Besser machte es da schon Marcel Hofrath, bei dessen Hammer sich Götz schon gewaltig strecken musste, um ihn über die Latte zu lenken (52.). Der letzte Weckruf für den FCA, der ab diesem Zeitpunkt mehr Druck machte, während der Jahn durch Konter stets gefährlich war.

Ambergs Trainer Rost gab dann das endgültige Signal, um den Rückstand aufzuholen, als er in der 62. Minute Außenverteidiger Alexander Jobst vom Platz nahm, auf eine Dreier-Kette umstellte und mit Junior Torunarigha einen frischen Stürmer brachte. Ein Schachzug, der sich lohnen sollte: Denn Torunarigha wurde in der 64. Minute von Thomas Kurz im Strafraum gehalten und zu Boden gezogen – Elfmeter. Den verwandelte Kapitän Michael Plänitz sicher (65.) zum 1:1.

Die Revanche ist greifbar

Und der FCA marschierte weiter: Allerdings war Torunarighas Hereingabe (69.) auf Tobias Wiesner etwas zu kurz, so dass Jahn-Torwart Pokorny den Ball abfangen konnte. Wiederum Wiesner bereitete dann das 2:1 vor: Seine Flanke, oder vielmehr Schuss, von links klatschte an die Latte, und fiel dann Christian Knorr vor die Füße. Der wiederum vollstreckte aus spitzem Winkel von der anderen Seite zur Führung (72.), die Torunarigha nur 120 Sekunden später fast auf 3:1 ausgebaut hätte. Doch Pokorny tauchte rechtzeitig ab.

Dafür setzte es den Ausgleich: Die Jahn-Offensive hebelte durch schnelles und direktes Spiel die FCA-Abwehr aus, so dass Hofrath aus kurzer Distanz keine Mühe hatte. Zudem kassierte Knorr in einer immer hektischer werdenden Partie unnötiger Weise die gelb-rote Karte (78.), so dass die Gelb-Schwarzen die Endphase nur mit zehn Mann zu Ende bringen mussten.

Und dafür fast noch bestraft wurden, als Götz reaktionsschnell gegen Kolja Pusch Sieger blieb (86.) – eine Glanztat, die den FC ins Elfmeterschießen rettete. Dort hatte Amberg zunächst die Nase vorne, als Götz gegen Pusch parierte, ehe Silas Göpfert den Pfosten anvisierte und Pokorny gegen Sven Seitz hielt – das bedeutete das Aus für die tapfer kämpfenden Vilsstädter, die bei etwas mehr Cleverness den großen Favoriten aus dem Rennen hätten werfen können.
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