Neuer Trainer: Christian Brand, Werder-Profi, Jugendcoach, Autor
Brandreden im Jahn-Stadion

Sport
Regensburg
18.11.2014
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„Messi, Messi, Messi: So lief das damals, am 29. Februar 2012, als die Schweiz in Bern Argentinien zum Testspiel empfing.“ Was hat Messi mit dem neuen Mann auf der Trainerbank zu tun? Tausendsassa Christian Brand analysierte für Spiegel-Online die WM-Spiele der Schweiz. Wow, der 42-Jährige mit abgeschlossenem Volontariat kann künftig die Siege (hoffentlich) und Niederlagen seines Teams selbst für die Presse aufarbeiten.

„Kompetenz vor Vita“, hatte Sportchef Christian Keller versprochen oder gedroht, je wie man es sieht. Im Vergleich zum zuletzt häufig genannten Michael Wiesinger dürfte dieses Etikett zutreffen. Die meisten Fußballlaien werden heute nach Verkündung der wichtigsten Personalie seit der Verpflichtung von Franz Smuda erst mal Dr. Google zu Rat gezogen haben. Dabei hat der in Quakenbrück geborene Ex-Profi immerhin über 100 Bundesligaspiele für Werder Bremen, Hansa Rostock und den VfL Wolfsburg in den Knochen.

„Intelligent, dynamisch und unkonventionell“

Bei den Trainern Dixi Dörner, Thomas Schaaf, Armin Veh und Friedhelm Funkel genoss der Mittelfeldspieler spieltatktischen Anschauungsunterricht. „Christian Brand ist intelligent, dynamisch und unkonventionell“, begründet Keller seine Entscheidung. „Wir denken, dass er es schafft, Zugang zu unserer jungen Mannschaft zu finden und sie auf Spur zu bringen.“

Wenn man die Philosophie Kellers kennt, verwundert es nicht, dass Brand bei seinen ersten Stationen hauptsächlich Erfahrungen als Nachwuchstrainer aufweisen kann – schließlich ist die angeknockte Jahn-Profimannschaft selbst eine erweiterte U24. Nach Ende seiner aktiven Laufbahn absolvierte Brand sein Lehrjahr 2007/8 als Assistenztrainer beim FC Thun. 2008 übernahm er beim FC Luzern das Training der U18 und später der U21. Und im Frühjahr 2011 stieg der Niedersachse schließlich bis Saisonende zum Interims-Cheftrainer der Luzerner Profis auf.

Erst Fehlerbehebung, dann gesalbte Worte

„Ich freue mich extrem und bedanke mich bei allen Verantwortlichen dafür, dass sie mir in dieser schwierigen Situation das Vertrauen schenken“, jubiliert der Newcomer über den Einstieg durch die Kellerluke des deutschen Profifußballs. „Für mich persönlich ist es der nächste Schritt. Es wird sehr arbeitsreich und intensiv und nur möglich wenn alle an einem Strang ziehen und alle dahinterstehen.“

Deshalb wolle sich der Profitrainer in den nächsten Tagen und Wochen ausschließlich auf die sportliche Herkulesarbeit konzentrieren – Interviews mit den Kollegen von den Medien erstmal Fehlanzeige. „Es wartet brutal viel Arbeit auf uns“, mahnt Brand. Gut so, erst die Fehlerbehebung, dann das Wort zum Sonntag.

Fit für Europa

Ganz ohne Diplome geht‘s aber natürlich auch nicht: Der neue Brandherd am Spielfeldrand des SSV Jahn ist stolzer Besitzer des höchsten europäischen Trainerdiploms, der UEFA Pro-Lizenz – wir vermuten: Das reicht dann auch für die Champions-League.

Das bisherige Trainerteam mit den Co-Trainern Harry Gfreiter und Marcus Jahn sowie Torwarttrainer Oliver Karl soll dem neuen Chef laut Pressemitteilung „bis auf weiteres“ zuarbeiten. Der Countdown läuft: Am kommenden Samstag, 14 Uhr, absolviert Christian Brand mit dem Tabellenletzten (20./12 Punkte) gegen Arminia Bielefeld (3./28) das erste von 21 Endspielen gegen den Abstieg.