Schlusslicht Jahn muss punkten: Wende gegen auswärtsschwaches Kiel?
Ultimativer Stress-Test gegen Kiel

Kampf oder Krampf, egal, Hauptsache 1:0 gewonnen: Der Jahn gegen Kiel in der vergangenen Saison. Bilder: Archiv
Sport
Regensburg
24.09.2014
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Kampf oder Krampf, egal, Hauptsache 1:0 gewonnen: Der Jahn gegen Kiel in der vergangenen Saison. Bilder: Archiv

Jetzt also Tabellenplatz 20. Selbst das bisherige Schlusslicht Mainz putzte Münster mit 4:0 weg. Wir erinnern uns: dasselbe biedere Münster, das in Regensburg gut und gerne fünf Tore hätte schießen können. Schwamm drüber. Noch flackert die rote Laterne, weil sie der Jahn nach dem heutigen Heimspiel an Dortmund weiterreichen könnte. Jenes Dortmund, das den Jahn bereits mit 5:0 abgefertigt hatte. Wenn der Stresstest gegen Kiel auch in die Binsen geht, ist das schon mehr als nur ein verpatzter Saisonauftakt.

Wenn nicht gegen Kiel, gegen wen dann? In der vergangenen Saison gelangen den Nordlichtern auswärts gerade mal drei Siege – in der laufenden war es immerhin schon einer in Dresden. Offensichtlich bekommen den Störchen die langen Anflüge nur schlecht. Wie der Jahn hat der Gast bisher zwei Siege eingefahren, insgesamt aber zwei Punkte mehr auf dem Konto. Wenn das keine Motivation ist: Mit der Wiederholung des krampfigen 1:0 im November vergangenen Jahres durch das formvollendete Hüfttor von Romas Dressler in der 86. Minute würde der SSV an den Holsteinern vorbeiziehen.

Neitzel: „Ergebnis absolut im Mittelpunkt“

Das freilich sieht Gäste-Trainer Karsten Neitzel etwas anders, auch wenn er beim Jahn nicht alles schlecht reden möchte: „Wir kennen die Mannschaft genau. Sie verfügt über einige interessante Einzelspieler.“ Man darf spekulieren, wen er da wohl meinen könnte. Jedenfalls fordert der gebürtige Dresdener – ganz ähnlich wie sein Kollege Alex Schmidt – die Rückkehr zu Tugenden, die man zu Beginn der Saison schon gezeigt habe: „Wir erarbeiten uns so viel, aber diesmal müssen wir uns auch endlich mal dafür belohnen. Der Knoten soll in Regensburg platzen.“ Dort stehe das „Ergebnis absolut im Mittelpunkt“ – soll wohl heißen: Ein Offensivspektakel sollte man sich nicht unbedingt erwarten.

Über den Schnee von gestern spricht Jahn-Trainer Alex Schmidt nur ungern. Er blickt lieber nach vorne, statt die Mannschaft mit unangenehmen Erinnerungen an Pleiten, Pech und Pannen weiter zu verunsichern. Dabei gäbe das Spiel in Erfurt durchaus Anlass zu gemäßigtem Optimismus – immerhin konnten die Oberpfälzer den Thüringern eine gute Stunde mehr als Paroli bieten. Aber wehe, der Jahn kassiert einen Gegentreffer: Nach dem Slapsticktor zum 0:1 stand die Jahn-Defensive einmal mehr unter Schockstarre – nur eine Minute später hätte Erfurt alles klar machen können.

Hinten pfui, vorne torlos

Ob das nur an der Unerfahrenheit des neu formierten Haufens liegt? Immerhin patzten diesmal mit Thomas Kurz und Fabian Trettenbach zwei Leistungsträger bei den Gegentoren. Und dann kommt erschwerend hinzu: Um ein Spiel zu gewinnen, sollte man auch hin und wieder ein Tor schießen: Bene Schmid, Gino Windmüller und Aias Aosman waren nah dran – aber knapp vorbei ist eben auch vorbei. Konnte bisher der Sturm noch etwas über die schlechteste Abwehr der Liga hinwegtrösten, so blieb der SSV die letzten drei Spiele inklusive der Weiden-Pleite torlos.

Ob das Toreschießen ausgerechnet gegen die Defensivkünstler von der Waterkant gelingt? Dazu müsste Fürth-Leihgabe Daniel Steininger, der sich Hoffnungen auf ein Comeback machen darf, überhaupt mal seinen ersten Treffer erzielen – bei Schmid wäre es immerhin der zweite in dieser Saison. Also doch lieber auf einen Geniestreich von Aias Aoasman, mutmaßlich der „interessanteste Einzelsspieler“ auf Neitzels Spickzettel, hoffen.