15 930 Mitglieder in der Oberpfalz
Bund Naturschutz stark wie nie

Eine Bilanz über die Arbeit des BN für die Oberpfalz und Regensburg zogen (von links) Peter Streck, Hubert Weiger, Richard Mergner, Hans Lengdobler und Raimund Schoberer. Bild: Gibbs
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Regensburg
10.03.2016
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Die dezentrale Bürger-Energiewende sei ins Stocken geraten, kritisiert der Bund Naturschutz (BN). Gerade in der Oberpfalz gebe es in punkto Windenergie noch Potenzial. Hocherfreut ist der Verband über die steigende Mitgliederzahl im Bezirk. 15 930 Mitglieder zählt der BN in der Oberpfalz, knapp 500 mehr als im Vorjahr.

"Besonders Familien mit kleinen Kindern schließen sich an", sagte BN-Vorsitzender Hubert Weiger am Freitag beim Oberpfälzer Bilanz-Pressegespräch in Regensburg. Das große Interesse führt er auf das breite Engagement des Verbands zurück, das von der "Frösche-über-die-Straße-helfen"-Aktion bis zur Demonstration gegen das Freihandelsabkommen TTIP reiche. Auch bayernweit erreicht der BN mit 221 000 Mitgliedern einen Höchststand.

Als größten Erfolg 2015 für den Bezirk nennt Weiger die Rettung des Ossers im Bayerischen Wald vor dem Bau eines Pumpspeicherwerks. Ein Aktionsbündnis, dem der BN angehört, habe den Hausberg so entschlossen verteidigt, dass das Bistum Regensburg die fraglichen Grundstücke schließlich nicht verkaufte. Positiv hob Landesbeauftragter Richard Mergner auch das Biber-Projekt im Auwald der Vilsecker Mulde (Kreis Amberg-Sulzbach) hervor. Der Biber schaffe dort "ganz kostenlos" ein Feuchtgebiet, das extrem artenreich sei und für heiße Sommer ein natürliches Wasserrückhaltebecken bilde. Andere Tiere haben es schwerer, beklagte Weiger. Gerade im Bayerischen sowie im Oberpfälzer Wald würden immer wieder streng geschützte Tiere erschossen oder vergiftet. Der BN fordert daher eine polizeiliche Sonderermittlung gegen die Wilderei.

Nur mit Windkraft


Weiger bedauert, dass es in der Oberpfalz viel Widerstand gegen Windkraftanlagen gebe. Dabei hinke die Region ohnehin hinterher. Natürlich sei eine ökologische Leitplanung zu beachten, so Weiger. Auch der BN stehe manchen Standorten kritisch gegenüber. Aber fünf Jahre nach Fukushima und 30 Jahre nach Tschernobyl könne man nicht jedes Windrad wegen des Landschaftsbildes ablehnen. Der Ausstieg aus Atom- und Kohleenergie könne nur mit der Windkraft gelingen. Und: "Eine Windkraftanlage bauen Sie in wenigen Tagen ab, Atommüll müssen Sie für eine Million Jahre bewachen."

Kritisch sieht Weiger auch die geplanten Stromtrassen durch Bayern. Die Netzkonzeption stamme noch aus der Zeit vor der Energiewende. Je mehr aber erneuerbare Energie dezentral erzeugt werde, desto weniger würden Trassen gebraucht. Ohnehin hätten sie weniger mit der hiesigen Energieversorgung zu tun, sondern mit europäischem Stromtransport.
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