19-jähriger Litauer zeigt sich von Anfang an geständig
Haftstrafe für Uhren-Räuber

Vermischtes
Regensburg
22.07.2016
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Am Donnerstag verurteilte die Große Jugendstrafkammer des Landgerichts Regensburg einen Litauer (19) wegen des Raubs in einem Regensburger Juweliergeschäft zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Er ist damit der zweite Täter, der verurteilt wurde. Sein Komplize (23) war bereits zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden.

Im August letzten Jahres überfielen vier mit Äxten und Reizgas bewaffnete Männer das Juweliergeschäft. In gerade einmal einer Minute und 14 Sekunden zertrümmerten sie die Verkaufsvitrinen und verschwanden unerkannt mit ihrer Beute: 35 Nobel-Uhren im Gesamtwert von annähernd 400 000 Euro. Zurück ließen sie völlig verängstigte - und durch das Reizgas verletzte - Mitarbeiterinnen und Kunden sowie einen Schaden von rund 25 000 Euro.

Zwei Tage später fiel einem Sicherheitsmann ein Fahrraddieb in Kelheim auf. Die Beamten nahmen ihn vorläufig fest. Auf der Dienststelle fiel ihnen die frappierende Ähnlichkeit des Litauers (23) mit einem der Täter auf dem Video aus dem Raubüberfall auf. Dessen Aussage und die am Fluchtauto gesicherten DNA-Spuren führten schließlich zu den drei Mittätern. Einer von ihnen wartet noch in Litauen auf seine Auslieferung. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur.

Vor der Jugendstrafkammer legte der 19-Jährige bereits am ersten Verhandlungstag über seinen Verteidiger Mindaugas Jacinevicius (Berlin) ein Geständnis ab, ohne nähere Angaben zu machen. Vor der Polizei hatte er behauptet, dass er von "Russen" mit dem Versprechen auf einen Arbeitsplatz gelockt worden sei. Erst im Quartier in Bad Abbach habe er erfahren, um was es wirklich ging. Als er nicht mitmachen wollte, sei er bedroht worden. Die Tat sei nicht abgesprochen und ohne Waffeneinsatz vorgesehen gewesen. Von seinem Anteil habe er keinen Cent gesehen.

Da die Angaben des Angeklagten und seines Komplizen wie abgesprochen wirkten, äußerte der Gerichtsvorsitzende bei seiner Urteilsbegründung erhebliche Zweifel. Hinzu käme, dass der Angeklagte bereits in seiner Heimat wegen eines versuchten Raubes mit Reizgas verurteilt worden war. Zudem war er in Obertraubling schlafend in einem gestohlenen Pkw aufgegriffen worden.
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