31-Jähriger wegen anderer Straftaten angeklagt
Baumers Ex-Verlobter im Visier

Symbolbild: dpa
Vermischtes
Regensburg
05.04.2016
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Neue Wendung in einem mysteriösen Fall: Der frühere Verlobte der 2013 tot aufgefundenen Maria Baumer wird von der Staatsanwaltschaft Regensburg angeklagt - wegen einer Reihe anderer Straftaten.

Von Hanna Gibbs

Der Mann soll drei teils minderjährige Opfer sexuell missbraucht haben. Theo Ziegler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, bestätigte am Dienstag gegenüber unserer Zeitung entsprechende Medienberichte.

Dem 31-Jährigen wird vorgeworfen, in den Jahren zwischen 2003 und 2011 zwei frühere Schüler des Domspatzengymnsiums sexuell missbraucht zu haben.

Bei dem einen Jungen soll es sich um eine einmalige Tat "einfacherer Art" gehandelt haben. Bei dem anderen soll es über Jahre hinweg zu mehreren Taten gekommen sein, darunter ein Fall schweren sexuellen Missbrauchs. Der Mann, selbst ein ehemaliger Domspatz, soll die beiden deutlich jüngeren Buben während der Schulzeit kennengelernt haben.

Vorwurf: Missbrauch


Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft dem Ex-Verlobten von Maria Baumer eine Tat vor, für die er bereits 2014 in Untersuchungshaft saß. Er soll eine Patientin des Bezirksklinikums Regensburg, die er als Krankenpfleger kennengelernt hatte, betäubt und sich sexuell an ihr vergangen haben. Nach zwei Wochen wurde der Mann aus der U-Haft entlassen, weil der zuständige Ermittlungsrichter der Auffassung war, dass Auflagen die angenommene Fluchtgefahr bannen können.

Es war bereits das zweite Mal, dass der Mann in Untersuchungshaft saß. Als im September 2013 die Knochen der vermissten Baumer in einem Waldstück bei Berhardswald (Kreis Regensburg) gefunden wurden, galt ihr früherer Verlobter als dringend tatverdächtig. Drei Monate später sah die Zweite Strafkammer am Landgericht Regensburg nach einer Neubewertung der bisherigen Ermittlungsergebnisse "keinen hinreichenden Tatverdacht" mehr.

Das plötzliche Verschwinden der damals 26-jährigen Baumer aus Muschenried (Kreis Schwandorf) im Mai 2012 hatte für viel Aufsehen und eine groß angelegte Suchaktion der Polizei gesorgt. Über Monate hinweg verfolgten die Beamten den Hinweis, Baumer, eine engagierte Katholikin, könnte sich auf dem Jakobsweg befinden. Ihr Verlobter hatte gegenüber der Polizei angegeben, Maria habe in ihrem letzten Telefonat von einer Auszeit gesprochen.

Weitere Delikte


Die Jugendkammer des Regensburger Landgerichts muss nun darüber entscheiden, ob sie die Anklage der Staatsanwaltschaft zur Hauptverhandlung zulässt. Neben den Missbrauchstaten wirft die Staatsanwaltschaft dem 31-Jährigen auch Diebstahl von Medikamenten sowie den Besitz von Kinderpornografie vor.
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