32-Jähriger wegen Tötung seiner Frau
Lebenslang in Haft

Der Angeklagte wurde vom Regensburger Landgericht wegen Mordes an seiner Frau zur lebenslanger Haft verurteilt. Bild: dpa
Vermischtes
Regensburg
19.07.2016
171
0

Er unterstellte seiner Ehefrau eine Affäre und tötete die Mutter seiner drei Kinder deshalb: Bei der Polizei gab er an, "sein Recht" ausgeübt zu haben. Das sah der Richter nun anders.

Laaber/Regensburg. Weil er seine Ehefrau aus Eifersucht umgebracht hat, muss ein 32-Jähriger lebenslang hinter Gitter. Der Mann sei des versuchten Mordes in Tateinheit mit Totschlag schuldig, urteilte Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg am Montag. Der Vorsitzende Richter Werner Ebner sprach von einer Familientragödie und dem Ende wiederholter Gewalttaten. Besonders schlimm trifft es die drei Kinder des Paares. Sie müssten nun quasi als Vollwaisen aufwachsen, sagte der Richter.

Die Flüchtlingsfamilie aus dem Irak mit den drei Kindern (drei bis acht Jahre) war seit September in Laaber untergebracht. Nach der Tat war der Vater zur Polizeiinspektion Süd gegangen, hatte sich gestellt und die Tat detailliert gestanden. Die Staatsanwaltschaft hatte im Plädoyer das Tötungsdelikt als Mord qualifiziert und lebenslange Haft gefordert. Der Verteidiger plädierte auf eine Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und Totschlag. Das Gericht schließlich wertete den Angriff auf die schlafende Frau als versuchten Mord. Da sie sich später, als sie wach war, hätte wehren können, handele es sich um Totschlag.

In seiner Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende von einer Familientragödie aus Eifersucht, die am Ende von wiederholten Gewalttaten stand. Opfer sei nicht nur die Ehefrau gewesen, die voller Hoffnung für sich und ihre Kinder nach Deutschland kam, sondern auch die Kinder. Nach den Einschätzungen der Sachverständigen gab es keine strafmildernden Gründe: Der Mann war zum Tatzeitpunkt psychisch gesund, handelte nicht im Affekt und hatte keinen Alkohol oder Drogen konsumiert.

Der Angeklagte selbst hatte während des gesamten Prozesses geschwiegen. Der 32-Jährige hatte seiner Frau ein Verhältnis und später noch Kontakt mit einem anderen Mann - einem im Irak lebenden Landsmann - unterstellt. Im November wollte der getrennt lebende Angeklagte die 26-Jährige in der gemeinsamen Wohnung in Laaber (Kreis Regensburg) erwürgen. Als seine Noch-Ehefrau aufwachte, wollte er ihr Handy kontrollieren.

Frau wollte die Scheidung


Als er sah, dass diese kurze Zeit vorher annähernd zwei Stunden mit dem Nebenbuhler telefoniert hatte, begann er sie zu würgen. Die Frau habe danach zugegeben, dass der Kontakt zu dem anderen Mann nach wie vor bestehe. Und auch, dass dieser nach Deutschland kommen und sie nach der Scheidung mit ihm zusammenleben wolle. Dann erwürgte der 32-Jährige die Frau tatsächlich.

Ein Vernehmungsbeamter hatte berichtet, dass der Mann gesagt habe: "Ich habe von meinem Recht Gebrauch gemacht, meine Ehefrau zu töten." Warum er ins Gefängnis komme, verstehe er nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ich habe von meinem Recht Gebrauch gemacht, meine Ehefrau zu töten.Ausspruch des Angeklagten laut Aussage eines Vernehmungsbeamten
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.