Abschied vom Strategen der Bezirkskliniken
Langjähriger Medbo-Vorstand Kurt Häupl geht in den Ruhestand

Viele gute Wünsche und Geschenke gab es für den scheidenden Medbo-Vorstand Kurt Häupl (rechts). Hier steckt er den Kopf mit den Bezirkstags-Fraktionsvorsitzenden Toni Dutz (CSU, links) und Richard Gaßner (SPD) zusammen. Bild: Gibbs
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Regensburg
19.12.2015
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Er war Dienstherr von 2900 Mitarbeitern in der Oberpfalz. Am Donnerstag verabschiedete sich der langjährige Vorstand der "Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz" (Medbo), Kurt Häupl, in den Ruhestand. Die Feier fand in einer Turnhalle statt, so viele Gäste waren gekommen.

"Eine Ära geht zu Ende", sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Kurt Häupl habe die Medbo geprägt wie kein Zweiter: Aus dem etwas schwerfälligen Eigenbetrieb des Bezirks habe er ein agiles Gesundheitsunternehmen gemacht. Häupl habe die Verwaltungskenntnisse eines Beamten und die Kundenorientierung eines Unternehmers mitgebracht - und sich mit den Jahren zu einem ausgesprochenen Fachmann im Gesundheitswesen entwickelt.

Häupl, ein gelernter Kaufmann, sei zum Architekten des Medbo-Ausbaus geworden, blickte Löffler zurück. Zu den Bezirkskliniken Regensburg, Wöllershof und Parsberg kamen die Außenstandorte für Erwachsenen- beziehungsweise für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Amberg, Cham und Weiden. "Sie erkannten rechtzeitig, wie wichtig es ist, die Medizin zu den Menschen zu bringen." Nicht zuletzt habe Häupl, 15 Jahre an der Spitze der Medbo tätig, dazu beigetragen, die Psychiatrie aus der Tabuzone herauszuführen und eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen.

Als "phänomenal" bezeichnete Löffler die Investitionstätigkeit der Medbo. Es habe kaum ein Jahr gegeben, in dem kein Baukran und kein Handwerker in einer Medbo-Klinik zu sehen war. Derzeit entsteht für 40 Millionen Euro die erste Jugendforensik Bayern auf dem Gelände des Bezirksklinikums Regensburg. Löffler beschrieb Häupl als durchsetzungsfähige Führungskraft, die nicht nur Probleme benannte, sondern immer auch Lösungen aufzeigte.

Ein unbeirrbarer, zielstrebiger Stratege, der es wagte, sich auf Neues einzulassen, der gegenüber höheren Ebenen Rückgrat bewies, als Chef aber nicht immer einfach war: Diese Charakterzüge ließen sich aus den zahlreichen Grußworten herauslesen. Dr. Wolfgang Mache, Ärztlicher Direktor der Klinik für forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg, erinnerte sich daran, dass Häupl bei so manchem Mitarbeiter ordentlich "durchgelüftet" habe, aber auch an den Tatendurst und die Lebensfreude des Chefs. Naturgemäß habe man nicht immer auf einer Wellenlänge gelegen, sagte Gesamtpersonalratsvorsitzender Bruno Lehmeier. Die Überführung der bezirkseigenen medizinischen Betriebe in eine gemeinnützige GmbH und später in ein Kommunalunternehmen machte so manche schwierige Entscheidung nötig. Konflikte seien aber immer auf sachlicher, nicht auf persönlicher Ebene ausgetragen worden, betonte Lehmeier.

Häupl selbst sagte, er habe das Glück gehabt, mit den richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein. Er habe bei unliebsamen Entscheidungen Ungerechtigkeiten vermeiden wollen, leider sei das nicht immer gelungen. Seinen Ruhestand will der verheiratete Vater zweier Töchter unter anderem dafür nutzen, den Sportbootführerschein zu machen. Am 1. Januar 2016 übernimmt Dr. Helmut Hausner, bislang Leiter des Psychiatrischen Zentrums Cham, die Geschäfte.
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