Bakterien auf Schalen
100 000 Freiland-Eier zurückgerufen

Regensburger Unternehmen Axvitalis hat rund 100 000 Freilandeier zurückgerufen. Bild: Petra Hartl
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Regensburg
05.08.2016
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Regensburger Unternehmen Axvitalis hat rund 100 000 Freilandeier zurückgerufen. Bild: Petra Hartl

Das Regensburger Unternehmen Axvitalis hat rund 100 000 Freilandeier zurückgerufen. Bei einer Routinekontrolle seien auf der Schale einiger Eier Campylobacter-Bakterien entdeckt worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

(wbr) Wir bedauern den Vorfall und entschuldigen uns bei allen Kunden für etwaig entstandene Unannehmlichkeiten", hieß es weiter. Das Unternehmen, das unter anderem mit der Handelsmarke "Ostbayern-Ei" auf dem Markt ist, startete umgehend nach Bekanntwerden der Kontaminationsfälle den freiwilligen Warenrückruf und informierte von sich aus die Öffentlichkeit. Vertriebspartner Netto Marken-Discount, über dessen Filialen die Eier verkauft wurden, schloss sich dem sofort an. Die Eier können einfach im Supermarkt gegen Kaufpreiserstattung zurückgegeben werden.

Betroffen sind Artikel mit der Aufschrift "Frische Eier aus Freilandhaltung" in 10er- und 6er-Verpackungen mit der Packstellennummer DE-093020 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 12., 13. und 14. August 2016. Kunden sollten darauf achten.

Weitere Untersuchungen


Die Campylopacter-Bakterien wurden bei einer Routinekontrolle entdeckt. Das hat Andre Klan, einer der Geschäftsführer von Axvitalis auf Medien-Anfrage bestätigt. Laut Klan wurden die Bakterien bei einer einzigen Probe in einer Eierpackung in einem Laden entdeckt - auf der Eierschale. Die insgesamt drei Chargen würden "nur vorsichtshalber und in enger Absprache mit den zuständigen Behörden zurückgerufen". Klan teilte aber auch mit, dass bereits weitere Proben genommen wurden: Deren Ergebnisse würden noch am Freitag erwartet.

Verbrauchern, die sich unsicher sind, ob ihre Eier vom Rückruf betroffen sind, riet er, sich bei Fragen auch an das Unternehmen selbst zu wenden. Weitere Artikel und weitere Mindesthaltbarkeitsdaten seien indes nicht betroffen.

Vorsichtsmaßnahmen


Geschäftsführer Klan stellt klar: "Da die Qualität unserer Produkte für uns und unsere Kunden höchste Priorität hat, haben wir uns im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes entschieden, die Ware mit den genannten Mindesthaltbarkeitsdaten vorsorglich aus dem Verkauf zu nehmen."

Das Unternehmen wirbt damit, dass es hochwertige und gesunde Lebensmittel vertreibt, die transparent und jederzeit nachvollziehbar produziert werden. Auf der Homepage der Firma heißt es: "Jeder Betrieb, der Axvitalis beliefert, wird regelmäßig bezüglich Frischegrads, Keimgehalts und äußerlicher Beschaffenheit der Lebensmittel durch Laboranalysen durchgecheckt. Die Wege zwischen Legehennenbetrieben und Packstelle sind kurz. Die ordnungsgemäße und leserliche Kennzeichnung der Eier kontrollieren geschulte Mitarbeiter bei der Anlieferung ... In der Welt gesunder Lebensmittel gelangt nur einwandfreie Ware in die Sortierung."

Belastete Eier kamen zuletzt ab 2014 mit der "Bayern-Ei-Affäre" in die Schlagzeilen. Das Unternehmen Bayern-Ei hatte im Jahr 2014 mit dem Salmonellen-Erreger verunreinigte Eier europaweit vertrieben. Die kontaminierten Eier sollen für rund 500 Erkrankungen und den Tod von mindestens drei Menschen verantwortlich sein.

Campylobacter-BakteriumDie pathogenen Bakterien der Campylobacter-Gruppe gehören zur Gruppe der Zoonoseerreger, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden und dort zu einer Erkrankung führen können. Mit dem Campylobacter infizieren sich in Deutschland jährlich rund eine Million Menschen. Eine Infektion äußert sich durch Fieber, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe und Durchfall. Die Krankheit dauert in der Regel bis zu einer Woche, selten länger. Eine Unterart des Bakteriums kann Hirnhautentzündung oder eine Entzündung der Herzinnenhaut auslösen. Dies ist aber selten. Campylobacter kommt vor allem im Kot von Tieren, besonders von Rindern vor. Bei schlechter Melkhygiene kann er in die Milch gelangen. Weitere Infektionsquellen sind nicht durchgegartes Geflügel (bei dem Campylobacter zur normalen Bakterienflora gehört), verkeimtes Trinkwasser, rohes Hackfleisch und Haustiere. Bei Tieren bleibt die Erkrankung häufig unentdeckt, weil sie meistens keine Krankheitssymptome zeigen. (wbr)
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