Bilanz des Blitzermarathons
Bei der Probefahrt geblitzt

Vermischtes
Regensburg
20.04.2017
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Knapp vier Prozent der Autofahrer waren beim diesjährigen Blitzmarathon in Bayern zu schnell unterwegs. Sie hatten wohl die Ankündigungen nicht mitbekommen. Ein geblitzter Raser versuchte sogar, unerkannt zu bleiben.

Regensburg/München. Zu hohe Geschwindigkeit ist der Hauptgrund für tödliche Unfälle. Der Blitzmarathon der bayerischen Polizei soll die Autofahrer für das Thema sensibilisieren. Trotz tagelanger Ankündigung haben Bayerns Polizisten beim diesjährigen Blitzmarathon knapp 9000 Temposünder erwischt. Dies entspreche etwa 3,8 Prozent der 230 000 kontrollierten Fahrzeuge, teilte das Innenministerium am Donnerstag zum Abschluss der Aktion mit. "Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern höchstgefährlich", erinnerte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Nur wenige Stundenkilometer zu viel können oft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten."

650 weitere Delikte


Auf der A3 bei Neuhaus am Inn versuchte ein Raser, seine Identität zu verschleiern. Als er mit 146 Sachen - erlaubt sind dort 80 Kilometer pro Stunde - geblitzt wurde, hielt der 35-Jährige sich die Hände vors Gesicht. Er wurde allerdings direkt danach von Beamten angehalten, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern mit. Auf ihn kommen ein Bußgeld von 800 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von zwei Monaten zu. Über Temposünder hinaus hätten die Beamten aber auch mehr als 650 weitere Delikte registriert: Fahren ohne angelegten Gurt, die Benutzung des Handys am Steuer, mangelnde Verkehrstüchtigkeit der Autos und auch Drogenkonsum.

In der Oberpfalz überwachten 161 Polizeibeamte von Mittwoch bis Donnerstagmorgen die Verkehrswege. Die Bilanz: In 24 Stunden wurden von 9689 gemessenen Fahrzeugen 427 geblitzt. Den Negativrekord stellte ein Mercedes-Fahrer ein. Er fuhr auf der A3 in Höhe Sinzing bei erlaubten 100 mit 178 Stundenkilometern. Der Mann hat mit einem Bußgeld von 600 Euro und drei Monaten Fahrverbot zu rechnen.

Mehr tödliche Unfälle


Für einen Monat muss eine 32-jährige Pflegekraft auf ihre Fahrerlaubnis verzichten. Bei der Probefahrt mit einem Pkw aus einem Autohaus wurde sie bei erlaubten 60 mit 120 Stundenkilometern auf der Kreisstraße von Furth im Wald in Richtung Daberg erwischt. 2016 wurden in der Oberpfalz 943 Verkehrsunfälle registriert, bei denen die Geschwindigkeit ursächlich war, 57 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg allerdings die Zahl derer, die bei Verkehrsunfällen mit erhöhter Geschwindigkeit ihr Leben verloren haben, von 13 auf 25.

Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern höchstgefährlich.Innenminister Joachim Herrmann (CSU)
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