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Regensburg
24.10.2014
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Die Städtische Sing- und Musikschule zieht um: Regensburgs Musikernachwuchs bekommt am Bismarckplatz ein neues Domizil mit Blick aufs Theater.

Wo ist Regensburgs Musikernachwuchs zu Hause? Bis dato kommt man als Ortsunkundiger der Antwort auf diese Frage eher akustisch als optisch auf die Spur: In der Kreuzgasse nahe dem Arnulfsplatz, gegenüber vom Kneitinger und sehr versteckt, verrät sich der musizierende Nachwuchs durch das vielstimmige Konzert, das durch die Fenster und alten Mauern nach außen auf die Gasse dringt - zu sehen gibt's nicht viel.

Ab 2015 soll das anders werden. Die Städtische Sing- und Musikschule zieht um, und zwar in ein hochherrschaftliches Gebäude: Mit dem "Haus der Musik" im ehemaligen Polizeipräsidium am Bismarckplatz bekommt der Musikernachwuchs der Weltkulturerbestadt ein neues Domizil, das sich nicht nur örtlich, sondern auch konzeptionell dem Kontakt zur Stadt noch mehr öffnet.

Die Renovierung des denkmalgeschützten Objekts erwies sich als eine knifflige Herausforderung, die teils auch mit unvorhergesehenen Kostensteigerungen verbunden war; doch wenn das ehemalige Präsidialpalais als "Haus der Musik und Kinder- und Jugendtheater" neu in Betrieb geht, dürfte es dem kulturellen Leben der Stadt viele wertvolle Impulse geben.

Knifflige Renovierung

Auf mehreren Ebenen wird hier künftig geprobt, gesungen und konzertiert; der Zusammenschluss mehrerer benachbarter Häuser zu einem großen Komplex, den es schon bei der vorhergehenden Nutzung gab, kombiniert unterschiedliche Etagenhöhen und -zahlen zu einem vielschichtigen Gesamten. Hier verfügt die Sing- und Musikschule künftig über Unterrichts- und Probesäle, darunter ein 108 Quadratmeter großer Orchestersaal, ein Chorsaal von 130 Quadratmetern und ein 112 Quadratmeter großer Konzertsaal mit 77 Plätzen.

Im ersten Stock dominiert das historische, denkmalgeschützte Ambiente: Im Foyer wird eine Musikinstrumentenausstellung untergebracht, in der unter anderem Instrumente des Regensburger Metronom-Erfinders Johann Nepumuk Mälzel zu sehen sein werden. Das Glanzstück der Ausstellung wird ein alter Wiener Hammerflügel aus dem Jahr 1820 von Anton Martin Thym sein: Das Instrument aus dem Bestand des historischen Museums am Dachauplatz wird derzeit im Germanischen Museum in Nürnberg restauriert und anschließend dauerhaft am Bismarckplatz bleiben.

Nicht nur der Flügel als Leihgabe, auch die Kosten für seine Renovierung werden übrigens vom städtischen Museum spendiert. Einen modernen Kontrapunkt stellt im ersten Stock ein Musikstudio mit Regieraum und Verbindung zu den drei Sälen dar, das von P+P-Studios mit dem Tonstudio Wettberg betrieben wird.

Eine wichtige Neuerung findet sich im Erdgeschoss: Hier wird ein Café als Kommunikationspunkt zwischen Eltern, Schülern und Lehrern den Betrieb aufnehmen. Die Öffnung nach außen zeigt sich auch in der Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten für Veranstaltungen zu mieten: So bildet das historische Ambiente des Foyers zukünftig den passenden Rahmen für Vorträge und kleine Konzerte. Die Säle werden auch an Kulturschaffende in Regensburg vermietet, die hier Konzerte geben oder proben können. Vermietet wird übrigens nicht nur an Musiker: So gibt es beispielsweise im zweiten Stock einen Vereinssaal, der unter anderem für Jahreshauptversammlungen genutzt werden kann.

Klettert man in die oberste Etage, gelangt man in die Notenbibliothek, wo auch Inventar und Instrumente verwaltet werden. Hier, im ältesten Teil des Hauses, gibt es außerdem einen Aufenthaltsraum für Schüler: Der Raum mit einem Glasdach über dem alten Gebälk ist hell und freundlich und kann auch Eltern als Warteraum dienen.
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