Dem Welterbe näher per Knopfdruck

Vermischtes
Regensburg
28.11.2014
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Die interaktive Dauerausstellung im Salzstadel entpuppt sich als Besuchermagnet - sie ist die erste Anlaufstelle für Touristen.

Über eine Million Besucher können nicht irren: Das Besucherzentrum Welterbe im ehemaligen Salzstadel erweist sich seit seiner Eröffnung 2011 als Magnet. Auch die technischen Probleme in der Ausstellung sind mittlerweile weitestgehend gelöst.

Diese Bilder waren bezeichnend: Während des - einigermaßen verregneten - Katholikentags in Regensburg standen die Menschen in Trauben vor dem Besucherzentrum, sie konnten nur grüppchenweise eingelassen werden. Ein solcher Andrang ist nicht alltäglich, doch an den Wochenenden und in den Ferien ist der Betrieb sehr rege. Und auch unter der Woche stromern immer einige Interessierte durch die Ausstellung. Die Idee des Zentrums war es, sowohl Touristen als auch Einheimische anzulocken. "Das ist voll aufgegangen", erzählt Susanne Hauer von der Welterbekoordination bei einem Besuch unserer Zeitung. Für Touristen ist das Besucherzentrum oft ein erster Anlaufpunkt, um sich über die Stadtgeschichte zu informieren. Wenn eine in der Ausstellung behandelte Sehenswürdigkeit ihr Interesse weckt, können sie sich einen Flyer abreißen, der den Weg dorthin weist, etwa zum Dom.

Warten auf das Update

Aber auch Regensburger kommen immer wieder ins Besucherzentrum, gerne wenn sie Familie oder Freunde zu Besuch haben. Sie waren es auch, die vor einiger Zeit auf dauerhafte technische Probleme in der Ausstellung aufmerksam machten. Immer wieder streikten verschiedene Medieninstallationen. "Das fällt natürlich nur denen auf, die öfter vorbeischauen", sagt Hauer. Die Welterbekoordination nahm die Hinweise zum Anlass, die Technik umfassend zu überprüfen und zu reparieren.

Die Arbeiten sind Hauer zufolge so gut wie abgeschlossen. Nur die Bildschirme am Welterbe-Globus, der alle Welterbestätten verzeichnet, warten noch auf ein Update.

Das alte Gemäuer des Salzstadels, zwischen 1616 und 1620 errichtet, macht hingegen keine Probleme - wenn man clever vorgeht. So hat eine zwei Meter hohe steinerne Turmspitze, die einst den Regensburger Dom krönte, einen besonderen Platz in einer östlichen Ecke der Ausstellung. "Sie kann nur hier stehen, weil sie so schwer ist", verrät Hauer. Das Tragwerk des Salzstadels ist für ein solches Gewicht eigentlich nicht gemacht.

Einen besonderen Reiz hat die Lage des Zentrums direkt an der Steinernen Brücke: Aus den Fenstern können die Besucher sowohl in Richtung Altstadt als auch in Richtung Stadtamhof und auf die Donau blicken. Dass die Steinerne Brücke derzeit saniert wird und das Zentrum damit eine Baustelle vor der Nase hat, bremst den Besucherstrom bislang nicht. Unfreiwillig in sehr engen Kontakt mit der Donau kam das Zentrum im vergangenen Jahr beim Juni-Hochwasser: Das Untergeschoss stand unter Wasser, die Ausstellung musste eine Woche lang schließen.

Fünf Themenkomplexe

Aufgeteilt ist die Ausstellung in fünf Bereiche, die die Themenkomplexe Unesco-Welterbe, Entwicklung der Stadt, Stadt am Fluss, Leben in der Stadt und den Immerwährenden Reichstag behandeln. An fast allen Stationen können die Besucher Knöpfchen drücken oder Modelle erleuchten. Interaktive Spielstationen locken vor allem Kinder und Jugendliche. Virtuell können sie zum Beispiel historische Figuren einkleiden wie eine Anziehpuppe.

Das Konzept scheint anzukommen. Das Gästebuch ist voller lobender Kommentare. "Ein tolles, interaktives Museum, die Kinder waren lange beschäftigt und begeistert", schreibt eine Besucherin. "Such a great platform for a great city", meint ein Gast aus Jordanien. Und eine ganz eigene Vorliebe offenbart diese Gruppe: "Wir kommen oft und gerne her. Wir finden auch, hier riecht es so gut nach Holz."

Alle Ausstellungstexte sind auf Deutsch und Englisch verfasst. Seit September gibt es zudem Audioguides in den Sprachen Englisch, Italienisch, Französisch und Tschechisch. Im Untergeschoss sind wechselnde Sonderausstellungen zu sehen. Noch bis 21. November ist dort die Instandsetzung der Steinernen Brücke das Thema.

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Das Besucherzentrum ist täglich (außer 24.12. und 1.1.) von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Haupteingang befindet sich an der Steinernen Brücke - Eintritt frei.
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