Die Stoapfalz als Potenzialregion

Vermischtes
Regensburg
24.10.2014
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Regierungspräsident Axel Bartelt erklärt sich den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung der Region in erster Linie mit der "positiven Grundeinstellung der Menschen" in der Region.

Einst wenig schmeichelhaft als "arme Steinpfalz mit viel Steinen und wenig Brot" beschrieben, zählt der Regierungsbezirk heute zu den Top-13-Standorten in ganz Deutschland. Axel Bartelt, seit Februar diesen Jahres als Regierungspräsident Hausherr am Regensburger Emmeramsplatz, zeigt sich von dieser Entwicklung nicht minder beeindruckt als die Experten des Zukunftsinstituts, die in ihrer Studie 2020 die Oberpfalz als ausgesprochene "Potenzialregion" eingestuft hatten.

Positive Grundeinstellung

Und worauf beruht dieses Potenzial? Der gebürtige Ulmer, Jahrgang 1956, der nach seinem Studium der Rechtswissenschaft unter anderem als persönlicher Referent von Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber und von 2003 bis 2014 als Chef des Protokolls in der Staatskanzlei fungierte, sieht die Antwort auf diese Frage in erster Linie bei den Menschen, die hier leben.

Der rasante wirtschaftliche Aufschwung der Region sei in der Tat primär dadurch zu erklären, dass die Oberpfalz "eine von positiver Grundeinstellung der Menschen durchdrungene Region" sei. "Die Menschen hier in der Region glauben an sich und ihre Fähigkeiten. Sie sind zu Recht stolz darauf, was sie in den letzten Jahrzehnten geschaffen haben", betont Bartelt. Die Oberpfalz mit Arbeitslosenquoten, die vor 20 Jahren noch im zweistelligen Bereich lagen, gelte heute mit konstant um die drei Prozent als eine der Regionen in Bayern mit den besten Beschäftigungszahlen. In der Dekade von 2002 bis 2012 war das Wirtschaftswachstum in der Oberpfalz mit 35,7 Prozent am höchsten in ganz Bayern, eine Entwicklung, die nach Auffassung des Regierungspräsidenten sogar noch Potenzial nach oben habe.

Freilich sei es dringend erforderlich, mit großem Nachdruck weiter an einer ständigen Verbesserung der Rahmenbedingungen zu arbeiten. Zur Infrastruktur einer prosperierenden Wirtschaftsregion gehört laut Axel Bartelt zum Beispiel eine intensive Förderung von Datenhochgeschwindigkeitsnetzen und deren möglichst flächendeckende Verfügbarkeit in der ganzen Oberpfalz. Dementsprechend begrüßt der Regierungspräsident die aktuelle Breitbandrichtlinie, als Fortsetzung des für die Grundversorgung gedachten Förderprogramms der Jahre 2008 bis 2011. Nachdem in diesem Zeitraum vielen Oberpfälzern erstmals überhaupt der Zugang zum Internet ermöglicht worden war, sei jetzt der nächste Schritt erforderlich, nämlich der flächendeckende Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde.

Der Freistaat habe für diese Zukunftsaufgabe 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt: "Dies ist einmalig in der Bundesrepublik und sogar in Europa!" Eingebunden in die unterschiedlichsten Verfahrensstadien des Breitbandförderprogramms sind bereits 85 Prozent der Oberpfälzer Gemeinden. Diese hohe Zahl belegt das große Engagement der Kommunen. Dennoch ist "jeder Bürgermeister aufgerufen, möglichst bald mit einem Antrag zu uns zu kommen".

Bereits im Juli überreichte Finanzminister Dr. Markus Söder zahlreichen Gemeinden ihre Förderbescheide. "Ich begrüße es außerordentlich, dass Finanzminister Dr. Markus Söder und sein Oberpfälzer Staatssekretär Albert Füracker dieses wichtige Zukunftsthema zur absoluten Chefsache gemacht haben", erklärt der Regierungspräsident. Die außerordentlich hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der Oberpfälzer Unternehmen, die in einer auf über 55 Prozent angestiegenen Exportquote zum Ausdruck kommt, gewinnt zusätzlich an Bedeutung, dass dieser Wert noch vor 20 Jahren etwa bei nur 20 Prozent gelegen habe.

Von 661 auf 30 000

Und wie kam es zu dieser erstaunlich positiven Entwicklung? Regierungspräsident Axel Bartelt, erinnert vor allem an den Ausbau des Bildungswesens in der Oberpfalz, insbesondere an die Gründung der 4. Bayerischen Landesuniversität in Regensburg, die 1967 mit 661 Studierenden ihren Lehrbetrieb aufgenommen hatte und heute gemeinsam mit der Technischen Hochschule einen auch international anerkannten Hochschul-Campus mit über 30 000 Studierenden bildet. Aber auch die OTH Amberg-Weiden habe in der nördlichen Oberpfalz entscheidende positive Impulse gesetzt. "Ein hoher Prozentsatz dieser Absolventen findet ihren Arbeitsplatz anschließend bei einem Unternehmen in unserer Region. Das stärkt uns auf Dauer."

Und auf noch etwas Wesentliches verweist der Regierungspräsident. "Ich verstehe die Oberpfalz nicht als Annex zu den Metropolregionen Nürnberg und München, sondern als eigenständige, starke Wirtschaftsregion." Und gerade in einer stärkeren Zusammenarbeit mit den Nachbarn im Osten sieht Axel Bartelt noch große Potenziale. Diese Potenziale gelte es zu heben: "Daran müssen wir weiter gemeinsam arbeiten."
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