Druck auf Flüchtlinge wächst
Aus Pfarrheim ausgesperrt

Die verrammelte Eingangstür wurde am Mittwoch auf Initiative des Bistums entfernt. Die Flüchtlinge hatten sich verbarrikadiert. Bild: wbr
Vermischtes
Regensburg
03.08.2016
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Die Flüchtlinge, die im Regensburger Pfarrheim Sankt Emmeram mit Duldung der Kirche nach ihrer Dombesetzung vor einem Monat Unterschlupf gefunden hatten, sollen nun offenbar "ausgesperrt werden". Gleichzeitig wird der bisher versöhnliche Ton schärfer.

Generalvikar Michael Fuchs appellierte laut Pressemitteilung am Mittwochnachmittag nochmals schriftlich an die "Vernunft und an die Verantwortung" der Gruppe im Pfarrheim. Faktisch drohte er mit dem Vollzug des Hausrechts: "Verlassen Sie jetzt das Pfarrheim, gehen Sie jetzt zurück in die staatlichen Einrichtungen und vermeiden Sie auf diese Weise, dass die staatlichen Behörden sehr bald andere Maßnahmen ergreifen müssen. Jetzt liegt es noch in Ihrer Hand", hieß es in der Mitteilung.

Trennung von Stiftung


Die von den ursprünglich rund 50 Flüchtlingen verbliebenen 26 Personen aus dem Kosovo und Albanien waren letzte Woche mehrfach auf das Hausrecht der katholischen Kirche hingewiesen worden, und darauf, dass sie das Haus nun zu verlassen hätten. Ein Teil der Gruppe, 15 Personen, ging darauf. Auch trennte man sich am Wochenende von der Hamburger "Romano-Jekipe-Ano-Stiftung", die die Flüchtlinge nach außen vertreten hatte. Dann hatten sich die Verbliebenen eingeschlossen.

Die Kirche veranlasste am Mittwoch als für die Sicherheit im Gebäude zuständiger Hausherr die vollständige Entfernung der verrammelten Eingangstür. Und sie ließ über den Generalvikar wissen, dass keine der 26 Personen ins Haus zurückdürfe, wenn sie dieses verlasse. Kinder seien davon ausgenommen. Gleichzeitig wurde das Sicherheitsaufgebot auf und vor der kirchlichen Liegenschaft durch Polizei und private Sicherheitsdienste verstärkt.

Laut "Hilferuf" der Unterstützergruppe vor dem Haus komme dies einer Aussperrung gleich, weil etliche Flüchtlinge sich bereits vor Kenntnisgabe des Rückkehrverbots außerhalb des Grundstücks aufgehalten hätten und nun ausgesperrt seien. Zuvor hatte es mehrere Suiziddrohungen der Flüchtlinge gegeben. Ein Vater drohte damit, sich und seine minderjährige Tochter zu verbrennen.
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