Ein Garten, wie ihn der König hatte

Mitte des 19. Jahrhunderts wohnte Maximilian II. von Bayern im Sommer in einer Villa an der Donau. Sein Oberhofgärtner legte dort 1860 einen Garten im englischen Landschaftsgarten-Stil an. Heute saniert das städtische Gartenamt den Park originalgetreu. Bild: spi
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Regensburg
28.11.2014
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Direkt am Ufer der Donau - nicht weit vom Ostentor entfernt - lebte ein König: Maximilian II. von Bayern ließ Mitte des 19. Jahrhunderts dort seine Sommerresidenz mit Garten errichten. Der Villapark wird nun originalgetreu saniert.

Im Stil der englischen Landschaftsgärten hatte der König die 1,5 Hektar große Fläche um seine Villa von Oberhofgärtner Carl Effner um rund 1860 anlegen lassen.

Typisch seien die symmetrischen Bereiche bei der Villa und die geschwungenen Wege. Das zeigt der wiederentdeckte Original-Plan. "Wir legen den Park genau nach diesen Skizzen an", erklärt Michael Lehmann vom städtischen Gartenamt. "Die Pflanzenarten sind dieselben wie damals."

350 Rosen, 1000 Sträucher und 14 Bäume würden neu in die Erde gesetzt. Nur wenige Bäume mussten gefällt werden. "Der König hat sogar Pflanzen wie die rote Kastanie von der Liste für den Park gestrichen", erzählt Lehmann. Maximilian II. habe genau gewusst, was er will, meint er mit einem Augenzwinkern.

Besonders der Wegebau sei aufwendig gewesen. Einige Biegungen verliefen nicht mehr wie im Original-Plan. "Das Problem bei der Sanierung der Wege war besonders das knorrige Wurzelwerk der alten Bäume", weiß der Experte. "Die Baumwurzeln durften bei der Verlegung der Wege nicht beschädigt werden."

Stahlbänder am Wegrand

Mit Staubsaugern sei die Erde zwischen den Wurzeln weggesaugt worden, um den Unterbau für die Wege machen zu können. "An den Rändern der Schotterwege haben wir rund zwei Kilometer Stahlbänder in der Erde verlegt."

Die Bänder seien typisch für Parkanlagen aus dieser Zeit. Außerdem würden sie verhindern, dass sich das Material der Gehwege auf den Rasenflächen verteilt. "In diesem Park könnte man die Menschen auch einmal zum Picknicken einladen", meint Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Im November 2012 hat die Stadt Regensburg mit den Sanierungsarbeiten begonnen. In drei Abschnitten soll der Park wieder seine ursprüngliche Form erhalten.

Die ersten beiden Abschnitte - der Waisenhausgarten mit der Donauterrasse und der Stadtgraben wurden bereits abgeschlossen. Bei den letzten Arbeiten wird der Vorgarten der Königlichen Villa fertiggestellt. Dieser Punkt soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 700 000 Euro. Die Stadt und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege finanzieren den Bau je zur Hälfte.
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