Einbrecher Sextett vor Gericht
Beutetour quer durch Bayern

Vermischtes
Regensburg
11.12.2015
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() Sechs Männer im Alter von 19 bis 43 Jahren müssen sich derzeit vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richter Carl Pfeiffer wegen schweren Bandendiebstahls verantworten. Alle sitzen in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft. Gegen einen weiteren Mittäter (34) war der Haftbefehl im Juli außer Vollzug gesetzt worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Kennen gelernt hatten sich die aus dem Kosovo stammenden Angeklagten im vergangenen Jahr im Aufnahmelager in Zirndorf. Zusammen mit drei bisher Unbekannten beschlossen sie, Tatorte mit hoher Beuteerwartung auszuspähen. Das Gestohlene sollte geteilt werden. Dabei führten sie in ganz Bayern in unterschiedlichen Besetzungen Einbruchdiebstähle aus. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft 15 solcher Delikte angeklagt, die Strafkammer begrenzte die Fälle aber auf acht.

Geld im Kühlschrank


In der Silvesternacht suchten zwei der Angeklagten eine Bäckereifiliale in Regensburg heim. Zunächst hebelten sie die Kasse auf, die jedoch leer war. In einem Kühlschrank entdeckten sie die dort deponierten Einnahmen des Vortages in Höhe von 696,72 Euro. Sechs Wochen später versuchten drei von ihnen in Lappersdorf über das Dach in einen Supermarkt zu gelangen. Als die Alarmanlage anschlug, flüchteten sie. Erfolgreicher war ein Quintett Ende Februar in eine Bäckereifiliale in Pentling. Dort fielen ihnen Tageseinnahmen und Wechselgeld von rund 13 900 Euro in die Hände. Auch im Landratsamt Kelheim würden sie fündig: Dort flexten sie einen großen massiven Standtresor auf und entwendeten 18 410 Euro Bargeld. Weitere Einbrüche sollen sie in Bayreuth, Herzogenaurach, Postbauer-Heng, Ergoldsbach und Maxhütte-Haidhof begangen haben.

Großes Schweigen


Nachdem ein Rechtsgespräch ohne Erfolg geblieben war, schwiegen fünf Angeklagte. Der sechste im Bunde erklärte lediglich, dass er in Kelheim dabei war, aber keine Fragen hierzu beantworten werde. Bei der zweiten ihm zur Last gelegten Tat will er sich als Monteur im Raum Berlin und Frankfurt an der Oder aufgehalten haben. Auch eine als Zeugin vernommene Kripobeamtin konnte nur wenig beitragen. Ihr gegenüber hatte der 29-jährige Haupttäter bei seiner ersten Vernehmung angegeben, er sei von einem im Kosovo lebenden Landsmann zu den Einbruchdiebstählen gezwungen worden, da er bei ihm Schulden hatte. Dann bat er um Personenschutz für seine Frau und sein Kind, nannte aber keine konkrete Gefährdungssituation. Bei drei Straftaten will er nur Schmiere gestanden haben. Der Prozess wird fortgesetzt.
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