Exverlobetr von Maria Baumer vor Gericht
Missbrauchsvorwürfe

Vermischtes
Regensburg
19.11.2016
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Der Fall der im Jahr 2013 tot aufgefundenen Maria Baumer bewegt die Menschen in der Region bis heute. Ab nächsten Montag muss sich ihr früherer Verlobter vor dem Regensburger Landgericht verantworten - allerdings nicht im Zusammenhang mit dem mysteriösen Verschwinden seiner ehemaligen Lebensgefährtin, sondern wegen dreier Missbrauchsfälle.

Patientin betäubt


Die Staatsanwaltschaft Regensburg wirft dem 32-jährigen Krankenpfleger vor, in den Jahren zwischen 2003 und 2011 zwei frühere Schüler des Domspatzen-Gymnasiums sexuell missbraucht zu haben. Der Angeklagte ist selbst ein ehemaliger Domspatz.

Darüber hinaus legt die Staatsanwaltschaft dem früheren Verlobten von Maria Baumer eine Tat zur Last, für die er bereits vorübergehend in Untersuchungshaft war: Er soll im Jahr 2014 eine Patientin des Bezirksklinikums Regensburg, die er als Krankenpfleger kennengelernt hatte, betäubt und sich sexuell an ihr vergangen haben. Neben den Missbrauchstaten wirft die Staatsanwaltschaft dem 32-jährigen Mann Diebstahl von Medikamenten sowie den Besitz von kinderpornografischen Darstellungen vor.

Es ist ein Mammutprozess für das Landgericht Regensburg, das die Anklage der Staatsanwaltschaft in allen Fällen zugelassen hat. Zehn Verhandlungstage sind angesetzt, voraussichtlich am 20. Dezember soll ein Urteil fallen. Verhandelt wird vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts, weil der Angeklagte, geboren im Jahr 1984, zumindest zu einem möglichen Tatzeitpunkt noch unter 21 Jahre alt war, erklärt Landgerichtssprecher Thomas Polnik.

Bei einem Großteil der ihm vorgeworfenen Taten sei der Mann jedoch bereits erwachsen gewesen. Die Verhandlung ist grundsätzlich öffentlich. Aus konkretem Anlass, etwa wenn Zeugen über intime Details berichten, könnte die Öffentlichkeit aber ausgeschlossen werden. Das Landgericht rechnet mit einem großen öffentlichen Interesse an dem Prozess. Für die Verhandlung wurde daher der größte Sitzungssaal in Regensburg ausgewählt.

Zugelassen sind auch Nebenklagen der drei mutmaßlichen Opfer. Somit können neben der Staatsanwaltschaft auch die Rechtsanwälte der beiden ehemaligen Domspatzen sowie der früheren Patientin des Bezirksklinikums direkt Einfluss auf die Verhandlung nehmen. Die drei mutmaßlichen Opfer sind außerdem als Zeugen geladen.

Ermittlungen gehen weiter


Derweil dauern die Ermittlungen im Fall Maria Baumer aus Muschenried (Kreis Schwandorf) an. Als im September 2013 die Knochen der Vermissten in einem Waldstück bei Bernhardswald (Kreis Regensburg) gefunden wurden, galt ihr früherer Verlobter als dringend tatverdächtig. Der Polizei ermittelte wegen Totschlags. Der Krankenpfleger wurde aber einige Zeit später wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Dennoch gilt der 32-Jährige bis heute als einziger Verdächtiger in dem Fall.
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