Flüchtlinge in Sankt Emmeram
Angst vor Zwangsräumung

Eine angeblich drohende Zwangsräumung des Pfarrheims St. Emmeram entpuppte sich als unwahres Gerücht. Bild: wbr
Vermischtes
Regensburg
05.08.2016
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Flüchtlinge aus dem Kosovo und Albanien besetzten vor etwa einem Monat zunächst den Dom, dann zogen sie freiwillig in das Pfarrheim Sankt Emmeram um. Jetzt befürchten sie, dass sie bald aus ihrem Refugium vertrieben werden. Bislang ist das nur ein Gerücht.

Nachdem am Donnerstag gegen 14 Uhr zwei Kleinbusse in der engen Regensburger Gasse vorfuhren, angeblich um eine Großfamilie abzuholen, die bereit sei, in eine Gemeinschaftsunterkunft zurückzukehren, schlugen Personen auf dem Anwesen und ihre Unterstützer draußen Alarm. Eine "Amtsperson" habe gedroht: "Entweder geht ihr freiwillig, oder das Anwesen wird um 15 Uhr von der Polizei zwangsgeräumt."

Bistum: "Kein Ultimatum"


Tatsächlich hatten Mitarbeiter der Ausländerbehörde mit inzwischen 25 verbliebenen Flüchtlingen über deren Abzug verhandelt. "Ein Ultimatum von der Kirche hat es nicht gegeben," stellte ein Bistumssprecher dazu fest. Für eine räumungsbereite Familie seien von der Regierung auch zwei (VW-)Busse geschickt worden, die allerdings um 15 Uhr unverrichteter Dinge wieder abfuhren. Vom Bistum aus wurde auf Anfrage auch klargestellt, dass entgegen anderslautenden Aussagen die humanitäre Fürsorge für die Menschen aufrechterhalten werde. Es würden Mahlzeiten angeliefert und auf Anforderung käme ein Arzt auf das Anwesen.

Die Flüchtlinge hatten den Dom besetzt, um ihre Abschiebung in ihre Heimatländer zu verhindern und um gegen die Einstufung ihrer Heimatländer als "sichere Herkunftsländer" zu protestieren. Von einzelnen bis Mittwoch im Kirchengelände geduldeten Flüchtlingen waren mehrfach Suizidtaten angekündigt worden.

Generalvikar Michael Fuchs hat den Flüchtlingen am Mittwoch ein Schreiben überstellt, in dem er unmissverständlich zum Verlassen der Liegenschaft auffordert und das Ende der Duldungsphase erklärt.
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