Friedensbotschaft der Kirchen in Bayern
„Offene Türen“ für Flüchtlinge

Die Regensburger Domspatzen im Dom St. Peter. Bild: Bistum
Vermischtes
Regensburg
28.12.2015
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Angesichts hoher Flüchtlingszahlen und weltweiter Krisen haben die beiden christlichen Kirchen im Freistaat an Weihnachten zu Empathie und Zuversicht aufgerufen. Auch aus Regensburg strahlt diese Botschaft deutlich aus.

München/Regensburg. Die befreiende Bedeutung von Weihnachten und die bedrängte Situation der Flüchtlinge haben die bayerischen Bischöfe in den Mittelpunkt ihrer Weihnachtspredigten gerückt. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sagte, Menschen, denen Krieg und Terror die Heimat geraubt haben, "werden bei uns offene Türen und Herzen finden". Am Weihnachtsgottesdienst im Regensburger Dom nahmen auch Flüchtlinge aus Syrien teil.

Zuversicht und Freude


Der Regensburger evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss hat trotz aller Konflikte in der Welt an die Menschen appelliert, sich nicht zu sehr von Sorgen plagen zu lassen. Gerade an Weihnachten sollten Freude und Zuversicht über die Menschwerdung Gottes deutlich erlebbar werden, sagte er in seiner Predigt am Heiligen Abend in Regensburg.

"Wir können uns von Herzen freuen, dass wir einen Gott haben, der ein freundliches, menschliches Angesicht trägt, ein Angesicht, in dem wir uns wieder erkennen können, ein schönes und frohes Angesicht, ein verletzendes und gepeinigtes Angesicht", unterstrich der Regionalbischof. Die Weihnachtsbotschaft sei ein "Kraftfeld", weil die Menschen spürten, dass es in ihrem "eigenen Leben mit seinen Dunkelheiten hell wird", sagte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am ersten Weihnachtsfeiertag in der Münchener Matthäuskirche. Diese Botschaft ermutige aber auch zu tatkräftigem Einsatz für Flüchtlinge und Menschen in sozialer Bedrängnis. Bei einer Christvesper am Heiligen Abend im Münchener Hauptbahnhof mit Flüchtlings-Helfern, Diakonie-Mitarbeitern und Passanten sagte Bedford-Strohm, dass ein Bahnhof ein passenderer Ort für die Weihnachtsbotschaft sei, als Kirchen oder eine romantische Weihnachts-Kulisse. Denn auch Jesus sei auf der Durchreise geboren worden, hinein in eine Welt voller, Hass, Armut und Gewalt.

Friedlichere Kultur


Die Weihnachtsbotschaft hat nach Überzeugung von Kardinal Reinhard Marx entscheidend zu den positiven Entwicklungen Europas beigetragen. Denn sie habe "unsere Kultur friedlicher, barmherziger, hoffnungsvoller" gemacht, sagte Marx im Münchener Dom. Die Perspektive der Hoffnung, die von Weihnachten komme, sei auch eine "Inspiration für Gesellschaft und Politik". Die Menschwerdung Gottes im Kind von Bethlehem führe in die "Weite der Hoffnung und des Vertrauens" und stehe gegen eine Haltung, die sich verschließe, rückwärtsgewandt, defensiv, misstrauisch und ängstlich sei.

Wie der Passauer katholische Bischof Stefan Oster sagte, könne die Hinwendung zu Jesu die Menschen verändern. Wer sich auf den Weg mache, werde auf diesem Weg ein anderer werden, sagte er.
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