Geld für gute Noten: Regensburger Wissenschaftler präsentieren Studie
Lernerfolg unbezahlbar

Wenn es mit den Hausaufgaben nicht klappt, hilft in erster Linie Geduld. Materielle Belohnungen sind laut Uni Regensburg kein probates Mittel für den Lernerfolg. Bild: dpa
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Regensburg
09.02.2016
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Eine Taschengelderhöhung für gute Klausurnoten oder gute Noten der Kinder in der Schule mit "Bargeldprämien" belohnen - das ist keine gute Idee, haben jetzt Wissenschaftler der Universität Regensburg ermittelt. Ein Forscherteam des dortigen Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie hat im Rahmen eines Experiments nachgewiesen, dass eine materielle Belohnung für gute Zensuren nichts bringt, ja den Lernerfolg langfristig sogar beeinträchtigen kann.

An den Experimenten der Regensburger Forscher nahmen insgesamt 60 Probanden im Alter von 19 bis 33 Jahren teil. Im Zuge mehrerer Tests sollten die Teilnehmer zunächst eine Reihe von Deutsch-Suaheli-Vokabeln erlernen. In einem anschließenden Test wurde ein Drittel der Vokabeln getestet, ein weiteres Drittel durfte noch einmal gelernt werden und das letzte Drittel diente als Vergleichsgrundlage für die spätere Bewertung des Effekts der verschiedenen Lernmodelle. Von zentraler Bedeutung für den Versuchsaufbau war eine gezielte Manipulation der Versuchspersonen.

Ohne Euros besser


Der Hälfte von ihnen teilten die Wissenschaftler vorab mit, pro richtig erinnerter Vokabel einen Euro zu erhalten. Die andere Hälfte der Versuchspersonen bekam keine materielle Belohnung. Nach einer Woche wurden alle zu erlernenden Vokabeln in einem zweiten Test nochmal abgefragt. Die Testergebnisse waren eindeutig: Die Gruppe von Versuchspersonen, die im ersten Test eine Belohnung erhielt, wusste bereits in der Startphase weniger Vokabeln und auch die Fehlerquote war deutlich höher. Das gleiche Resultat brachte das Abfragen nach einer Woche im zweiten Test. Die Teilnehmer in der "Belohnungs-Gruppe" hatten im Laufe der Woche auch deutlich mehr Vokabeln wieder vergessen als die Kontrollgruppe ohne "Euro-Motivation".

Die Ergebnisse des jetzt veröffentlichten Experiments dürften weitreichende Konsequenzen für den Unterricht und für die pädagogische Forschung haben, sind sich die Regensburger Wissenschaftler sicher. Ein Team um Professor Christof Kuhbandner (Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie) hat die Untersuchung durchgeführt.
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