Grundsteinlegung für das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern in Regensburg
Den Liebsten ganz nahe

Aktuelle Tageszeitungen aus Ostbayern versenkte Professor Reinhard Andresen (rechts) in einer Kupferröhre, die später bei der Grundsteinlegung eingemauert wurde. Daneben (von links) Klaus Fischer, kaufmännischer Direktor der Uniklinik, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Staatssekretär Albert Füracker und Architekt Manfred Blasch. Bild: Gibbs
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Regensburg
08.10.2016
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Die Grundsteinlegung für das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern in Regensburg ist ein medizinischer Meilenstein. Ab 2018 können Angehörige hier zeitweise wohnen.

Wieder hat die Spendenbereitschaft der Ostbayern einen Traum wahr werden lassen. Am Freitag wurde auf dem Areal der Uniklinik Regensburg der Grundstein für das neue Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern gelegt. Angehörige von Schwerkranken können hier ab 2018 kostengünstig wohnen und ihren Liebsten nahe sein. "Für mich ist das ein ganz bewegender Moment", sagte Professor Reinhard Andresen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern. Den Traum, ein Patientenhaus zu realisieren, habe der Verein bereits länger gehabt. 2015 habe der Vorstand den Mut gefunden, das Projekt zu verwirklichen. Was dann folge, überwältigte Andresen selbst: In nur eineinhalb Jahren kamen 1,5 Millionen Euro an Spendengeldern aus ganz Ostbayern zusammen - große Beträge von Firmen, aber auch viele kleine Summen von Privatpersonen. "Ein großes Dankeschön an die Region", richtete Andresen sichtlich gerührt aus.

Noch einmal 1,8 Millionen Euro kamen von gemeinnützigen Vereinen und Stiftungen, so dass die Leukämiehilfe mit einem Kapitalfundus von 3,3 Millionen Euro ihr Projekt starten konnte. Die Gesamtkosten liegen bei 4,5 Millionen Euro, und auch der laufende Betrieb wird Geld verschlingen - Spenden werden also weiterhin dringend gebraucht.

Die Diagnose Krebs ist für Familien ein Schock, nichts ist mehr wie vorher, der Weg durch die Therapien lang und schwer. Das Uniklinikum versorgt jährlich 30 000 Krebspatienten, 6000 davon stationär. "Angehörige haben maßgeblich Einfluss darauf, wie der Patient auch scheinbar hoffnungslose Phasen erlebt", betonte Andresen. "Nähe und Zuwendung sind wie ein Medikament."

Gerade abends, wenn es im Krankenhaus leiser wird, kommen die schlimmen Gedanken, dann werden die Angehörigen am meisten gebraucht. "Doch dann ist die Familie oft schon wieder auf dem Weg nach Hause, wenn sie nach Tirschenreuth oder in den Bayerischen Wald fahren muss", erklärte Andresen das Dilemma. Für solche Fälle werden im Haus 18 Wohneinheiten für bis zu 44 Personen zur Verfügung stehen.

Helle Räume mit großen Panoramafenstern, die den Blick öffnen auf die Natur am südlichen Stadtrand von Regensburg, hat Architekt Manfred Blasch entworfen. Natur und Landschaft sieht Blasch als wesentliche Mittel, um die Angehörigen Ruhe, Abstand, Geborgenheit und Meditation erleben zu lassen. Nicht zuletzt können sich die Angehörigen in Gemeinschaftsräumen mit anderen Betroffenen austauschen - das hilft, wie Professor Andresen betonte.

Spendenkonto: Leukämiehilfe Ostbayern, IBAN: DE25 7505 0000 0780 0170 00, BIC: BYLADEM1RBG, Sparkasse Regensburg, Verwendungszweck: Patientenhaus
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