Haftbefehl gegen Ex-Chef von Bayern-Ei aufgehoben
Eiertanz geht weiter

Vermischtes
Regensburg
05.05.2016
12
0

Paukenschlag in der Salmonellen-Affäre: Der Haftbefehl gegen den Ex-Chef der Firma Bayern-Ei wurde aufgehoben. Das Gericht hat Zweifel, ob der Mann überhaupt von der Verseuchung der ausgelieferten Eier wusste.

Spektakuläre Wende in der Salmonellen-Affäre um die niederbayerische Firma Bayern-Ei: Deren Ex-Chef ist wieder auf freiem Fuß. Das Landgericht Regensburg hob am Mittwoch den Haftbefehl gegen den ehemaligen Geschäftsführer auf und ordnete seine Entlassung an.

Die Strafkammer sehe keine Fluchtgefahr mehr, weil der Mann derzeit nicht mehr mit der Verhängung einer hohen Haftstrafe rechnen müsse, teilte das Gericht mit. Die Richter sehen es noch nicht einmal als nachgewiesen an, dass der Beschuldigte vor der Eier-Auslieferung überhaupt von den positiven Salmonellen-Proben wusste. Die Firma Bayern-Ei hat ihren Sitz in Aiterhofen (Kreis Straubing-Bogen). Der damalige Geschäftsführer des Unternehmens war im August 2015 verhaftet worden und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Mit tödlichem Verlauf


Dem 45-Jährigen war bislang vorgeworfen worden, von März bis Dezember 2014 die Auslieferung von Eiern der Güteklasse A veranlasst zu haben, obwohl mehrfach Salmonellen nachgewiesen worden waren. In der Folge sollen nach Darstellung der Staatsanwaltschaft in Österreich 78 Personen an Salmonellen-Infektionen erkrankt sein, in einem Fall mit tödlichem Verlauf.

Nach Ansicht des Gerichts gibt es jedoch keinen gesicherten Nachweis, dass dieser 94 Jahre alte Patient wirklich wegen einer durch das Unternehmen verursachten Salmonellen-Infektion starb. Insofern gebe es keinen dringenden Tatverdacht hinsichtlich einer Körperverletzung mit Todesfolge oder einer fahrlässigen Tötung. Dem Ex-Chef von Bayern-Ei war auch vorgeworfen worden, er habe Geschäftspartnern einen finanziellen Schaden von rund drei Millionen Euro verursacht. Derzeit fehle es aber an einem gesicherten Nachweis, dass der Beschuldigte Kenntnis von positiven Ergebnissen durchgeführter Proben und damit von der Kontamination der Eier hatte, heißt es in der Mitteilung des Gerichts. Nach Auffassung der Kammer besteht daher "auch kein dringender Tatverdacht hinsichtlich vorsätzlicher Handlungen des Beschuldigten, wie insbesondere der gefährlichen Körperverletzung oder des Betrugs".

Verdacht in 17 Fällen


Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand geht das Gericht davon aus, dass nur noch in 17 Fällen ein dringender Tatverdacht der fahrlässigen Körperverletzung und des fahrlässigen Inverkehrbringens gesundheitsschädlicher Lebensmittel besteht. Denn nur in 17 Fällen sei derselbe Erregertyp nachgewiesen worden, wie er bei Bayern-Ei gefunden wurde.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.