Hochburg des Ladendiebstahls
Regensburg beim Klauen um 44 Prozent über dem Bundesdurchschnitt__

Vermischtes
Regensburg
21.12.2015
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Solch eine Top-Platzierung schmeichelt nicht gerade: Als bundesweite Hochburg bei Ladendiebstählen rangiert Regensburg bei einem Vergleich unter 80 Großstädten auf Platz 5 hinter Dortmund, Magdeburg, Leipzig und Saarbrücken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Modeportals fashionlane.de. "Basis der Auswertung" sind Angaben der Polizei.

Danach kamen in der Bezirkshauptstadt der Oberpfalz im vergangenen Jahr 1024 Ladendiebstähle auf 100 000 Einwohner (absolut 1437). Damit liegt Regensburg um 44 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und ist beim Klauen in den Läden der Spitzenreiter im gesamten Freistaat. Die Aufklärungsquote ist mit 93,8 Prozent hoch. 2014 zählten die Behörden nach Angabe der Studie insgesamt 345 773 Ladendiebstähle: 7012 mehr als 2013. Die relativ späte, zeitverzögerte statistische Erfassung dieser Straftaten ist darauf zurückzuführen, dass die Geschäfte erst mit der jährlichen Inventur erheben können, wie viel Warenbestand fehlt.

Auch Nürnberg vorne


Die Polizei geht von einem Gesamtschaden von 27,1 Millionen Euro im Jahr 2014 aus: Die Summe steht konträr zur Schätzung des deutschen Einzelhandels, der das Minus auf rund 4 Milliarden Euro beziffert.

Auf Platz 12 in der bundesweiten Klau-Statistik (und auf Rang 2 in Bayern) schaffte es Nürnberg, wo 915 Ladendiebstähle je 100 000 Einwohner registriert wurden. Die Frankenmetropole übertrifft damit den Durchschnitt um 29 Prozent. Deutlich entspannter geht es in München (24 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt), Erlangen (-26 Prozent) und Fürth (-33 Prozent) zu.

Auf dem Land scheint es um die Zahlungsmoral besser bestellt zu sein. Unter die Top 50 der sichersten Landkreise in Deutschland schafften es die Landkreise Neustadt/WN (Platz 7, nur 59 angezeigte Ladendiebstähle je 100 000 Einwohner); Amberg-Sulzbach (Platz 25, 104 Ladendiebstähle) und Tirschenreuth (Platz 39, 125 Ladendiebstähle).

Organisierte Banden


Nach Angaben des Handels stehen beim kostenlosen Einkauf besonders im Fokus: Parfüm, Kosmetik, Spirituosen, Tabakwaren, aber auch profane Alltagsartikel wie Rasierklingen. Begehrt sind auch Brillen, Modeschmuck, Speicherkarten oder Smartphones - gerade im Trubel der umsatzstarken Vorweihnachtszeit. 22,5 Prozent der Täter sind Jugendliche unter 18 Jahren. 65 Prozent der Entwendungen im Einzelhandel gehen laut der Studie auf das Konto von organisierten Banden - mit "zunehmender Tendenz".
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