Hunderttausend

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Regensburg
19.06.2015
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Hunderttausend? So viele Menschen verdienen im Oberpfälzer Handwerk ihr Geld. Ein kurzer Abstecher in die Welt der Zahlen.

Genau genommen führt die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz 102 240 "tätige Personen" für die Oberpfalz auf, dazu rechnet sie beispielsweise auch mitarbeitende Inhaber. Und das bei etwas über einer Million Menschen, die in der Oberpfalz leben (einschließlich Kinder, Rentner und anderen Personen, die nicht arbeiten). Allein dies verdeutlicht: Das Handwerk ist kein abstrakter Begriff, das Handwerk, das sind viele Gesichter, die uns in der Arbeit, auf der Straße oder beim Stadtbummel begegnen.

Zur nebenstehenden Grafik sei aber angemerkt, dass sich hier auch Handwerksbetriebe finden können, deren Unternehmenssitz zwar in der jeweiligen Stadt oder dem jeweiligen Landkreis ist, die Beschäftigten aber auch in einer anderen Region arbeiten können.

Erweitert man den Blick auf ganz Ostbayern (Kammerbezirk), so ist festzuhalten, dass im Handwerk hier circa 20 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten. Im Bundesdurchschnitt sind das lediglich 13, im Freistaat 14 Prozent. Das Handwerk stellt in Ostbayern 19 Prozent der Unternehmen (in Bayern und Deutschland sind es jeweils 16 Prozent).

In der Oberpfalz ist die Zahl der Handwerksbetriebe in den vergangenen Jahren gestiegen. Waren es laut Daten der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz im Jahr 2000 noch etwas über 13 000 Betriebe, so weist die Statistik für 2010 bereits deutlich über 15 000 Betriebe, 2014 gar über 16 000 Betriebe auf. Die Zahl der Handwerksbetriebe ist im Vergleich zum Jahr 2000 nicht nur im Durchschnitt, sondern sogar in allen kreisfreien Städten und Landkreisen unseres Verbreitungsgebietes gestiegen. Doch lassen sich Städte und Landkreise nicht einfach so gegenüberstellen, da die Regionen unterschiedlich strukturiert, groß und bevölkert sind.

Ordnet man die Handwerksbetriebe der gesamten Oberpfalz einzelnen Branchen zu, so fällt auf, dass das Metallgewerbe mit fast 5000 Betrieben dominiert, gefolgt vom Bau- und Ausbaugewerbe (circa 3700 Betriebe).

Gegenläufig ist allerdings die Zahl der Beschäftigten. Sie verminderte sich von 97 300 im Jahr 2000 auf 82 400 zehn Jahre später. Auf einem höheren Niveau bewegt sich die Zahl der "tätigen Personen", die anders definiert ist und unter anderem das handwerksähnliche Gewerbe außen vor lässt (siehe oben).

Auskunft über aktuelle Entwicklungen des ostbayerischen Handwerks geben die Konjunkturberichte der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (zuletzt im April für die Monate Januar bis März 2015 erschienen). Demzufolge empfanden die Betriebe etwa das "Geschäftsklima" im 1. Quartal des Jahres als besser als jenes des Vorquartals. Der erste Konjunkturbericht des Jahres gibt sich unterm Strich positiv: "Die Handwerkskonjunktur ist nach dem Winter wieder gut in Schwung gekommen. 86 Prozent der Handwerksbetriebe sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Gleichzeitig blicken neun von zehn Handwerksbetrieben positiv auf die nächsten Monate."

Ob sich die Erwartungen erfüllen, wird im zweiten Bericht im Juli nachzulesen sein.
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