KJF-Erziehungsberatungsstellen
Begleiter für Familien in Not

Britta Ortwein-Feiler (Beratungsstelle Cham), Martin Kriekhaus (Cham), Joachim Weiß (Eggenfeden), Hermann Scheuerer-Englisch (Regensburg) und KJF-Direktor Michael Eibl (von links). Bild: gib
Vermischtes
Regensburg
19.03.2016
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Sie sind "Familienlotsen in einer Turbowelt, die immer herausfordernder wird": So nennt Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in der Diözese Regensburg, die Mitarbeiter der zehn Erziehungsberatungsstellen seines Fachverbands in der Region.

4451 Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern nahmen 2015 deren Hilfsangebot an, das für alle Altersstufen offen steht - vom Baby bis zum jungen Erwachsenen. Oft sei die Familie als sicherer Heimathafen durch Trennung, einen belastenden Arbeitsalltag oder eine schwierige finanzielle Situation gefährdet, sagte Eibl beim Jahrespressegespräch der Beratungsstellen. Dann brauche es Menschen, die kompetenten Rat geben und ein Stück des Weges auch Begleiter sind.

Zehn Anlaufstellen


Betreut wurden in der Beratungsstelle Amberg 457 Kinder und Jugendliche, in Cham 584, in Dingolfing 294, in Eggenfelden 438, in Kelheim 395, in Regensburg 676, in Schwandorf 397, in Straubing 440, in Tirschenreuth 301 und in Weiden 469.

Babys im Blickpunkt


Einen starken Anstieg verzeichnet die KJF bei der Beratungsnachfrage für Babys und Kinder im Alter bis drei Jahren: 435 Kinder wurden 2015 bei den Beratungsstellen angemeldet, das sind zweieinhalb Mal so viele wie noch 2008. Hintergrund ist laut Britta Ortwein-Feiler, Leiterin der Beratungsstelle in Cham, die Bundesinitiative "Frühe Hilfen". An sieben Beratungsstellen in der Diözese sei ein Angebot für "frühe Entwicklungs- und Erziehungsberatung" eingerichtet worden. Auch sei die Zusammenarbeit mit den Kinderärzten verstärkt worden.

Meist suchen die Eltern Hilfe, wenn ihre Babys unruhig sind, schlecht schlafen, klammern oder zu Wutanfällen neigen. Bewährt hat sich Ortwein-Feiler zufolge eine videogestützte Beratung: "Wenn Eltern ihren Umgang mit dem Kind auf Film sehen, werden ihre eigene Schwächen und Stärken oftmals viel klarer."

Die größte Gruppe der Hilfesuchenden stellten im vergangenen Jahr mit 40 Prozent die Jugendlichen über zwölf Jahren. Fast fünf Prozent wiesen eine depressive Verstimmung auf, erklärte Joachim Weiß, Leiter der Beratungsstelle in Eggenfelden. 115 zeigten selbstverletzendes Verhalten auf, 95 äußerten Suizidgedanken und 11 hätten tatsächlich einen Suizidversuch gemacht. Leider, so Weiß, sei die psychiatrische Versorgung für Kinder und Jugendliche in Teilen der Oberpfalz mangelhaft.
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