Lebenslange Haft für Mord an Freundin
"Seltene Brutalität"

Der Angeklagte muss lebenslang hinter Gitter. Bild: dpa
Vermischtes
Regensburg
26.04.2016
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Mord vor einem abgelegenen Gartenhaus. Eine 36-Jährige wird erschlagen, ihr Freund muss lebenslang in Haft. Nach der Tat hatte der Mann eine besorgte Anwohnerin beschwichtigt und die Ermittler auf eine falsche Fährte führen wollen.

Am Montag verurteilte das Landgericht Regensburg einen 35 Jahre alten Hausmeister aus Regenstauf zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes. Damit entsprach es dem Antrag der Staatsanwaltschaft. "Es war eine brutale Vorgehensweise, wie ich sie selten erlebt habe", begründete der Vorsitzende Richter Werber Ebner die Entscheidung nach fünf Verhandlungstagen. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte sein Opfer mit einem sieben Kilogramm schweren Eisenriegel erschlagen.

In der mündlichen Urteilsbegründung sprach der Gerichtsvorsitzende von einer Gewalttat gegen ein Opfer, "das ihn liebte und nicht verlassen konnte, obwohl er es belogen und bestohlen hatte". Dabei sei der Angeklagte von einem "absoluten Vernichtungswillen besessen" gewesen.

Dabei sei es unerheblich, ob er sich angeschlichen habe oder nicht, betonte der Richter. Das Opfer habe nicht mit einem Angriff rechnen können. Laut Anklage hatte der Mann zugeschlagen, als die Frau vor der Hütte uriniert hatte, weil es im Gartenhaus auf dem Grundstück des gemeinsam gepachteten Schrebergartens keine Toilette gibt. Laut rechtsmedizinischem Gutachten soll er rund ein Dutzend mal auf die Frau eingeschlagen haben. Davon trafen neun Schläge den Kopf.

"Eiskalter" Täter


Zum Prozessbeginn hatte der Angeklagte über seinen Verteidiger die Bluttat eingeräumt und sich dabei auf Gedächtnislücken berufen. Er selbst war auch hinsichtlich des Motivs zu keiner Erklärung bereit. Auch auf die Frage der Mutter des Opfers, die ihm als Nebenklägerin gegenüber saß, nach dem "Warum?" blieb er eine Antwort schuldig.

Das Gericht bewertete das Nachtatverhalten des 35-Jährigen als "eiskalt". Auf die Beamten machte einen "orientierten Eindruck", so dass von einer Bewusstseinsstörung keine Rede sein könne. Nach der Tat habe der Angeklagte die Leiche mit einer Plane abgedeckt und eine besorgte Nachbarin, die Schreie gehört hatte, beschwichtigt. Dieser erzählte er, seine Partnerin sei gestürzt, er habe als erfahrener Sanitäter aber alles im Griff. Dann sei er mit dem Wagen des Opfers zum Einkaufen gefahren, habe im Gartenhaus Bier getrunken und am Computer gespielt. Um die Ermittler zu verunsichern, habe der Angeklagte Stunden nach der Tat seiner Lebensgefährtin eine Kurznachricht geschrieben, wo sie denn bleibe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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