Leukämiehilfe Ostbayern baut Patientenhaus
Zuneigung als wichtiges Medikament

So soll das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern, das auf dem Gelände des Regensburger Uniklinikums geplant ist, aussehen. Bild: Leukämiehilfe Ostbayern
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Regensburg
03.11.2016
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Regensburg/Amberg. Medizin, Menschlichkeit und Mitarbeiter - aus diesen drei Wörtern besteht der Slogan des Klinikums St. Marien. Professor Dr. Reinhard Andreesen findet aber, dass dies auch gut zur Leukämiehilfe Ostbayern passe, deren Vorsitzender er ist. Die Organisation plant nämlich, auf dem Gelände des Universitätsklinikums Regensburg ein Patientenhaus zu errichten.

"Wichtig ist die Nähe"


Als ein wichtiges Medikament in der Medizin sei die Zuneigung. "Wichtig ist die Nähe", betonte er. Gerade in schwierigen Phasen der Krankheit brauche der Patient jemanden, der ihm die Hand halte und ihn motiviere. Leukämiepatienten seien oft wochenlang in der Klinik. Professor Dr. Andreesen zitierte eine medizinische Studie. Diese sei zu dem Ergebnis gekommen, dass Patienten, die enge Bindungen haben, größere Chancen haben, Krebserkrankungen zu überstehen und weniger Schmerzmittel benötigen.

Mit dem Patientenhaus, das auf dem Gelände des Universitätsklinikums Regensburg errichtet werden soll, will die Leukämiehilfe Ostbayern den Angehörigen der betroffenen Patienten die Möglichkeit geben in deren Nähe zu übernachten.

"Manche Angehörige haben einen Anfahrtsweg von zwei Stunden", informierte er. Dies sei eine große Belastung. Häufig würden sie nach ihrem Besuch im Krankenhaus so um die blaue Stunde wieder aufbrechen. Dies sei bei Einbruch der Dunkelheit, "da beginnt oft die psychisch kritische Zeit". Das Patientenhaus soll auch ein Ort der Begegnung werden, wo sich Betroffene austauschen und gegenseitig unterstützen können. Deshalb hat dafür auch die José-Carreras-Stiftung eine Summe von 400 000 Euro zugesagt. Entstehen werden 18 Wohneinheiten, darunter auch vier kleinere Wohnungen für Familien.

1,5 Millionen eingenommen


Die Kosten für das "bundesweit einmalige Modellprojekt" gibt Andreesen mit 4,5 Millionen Euro an. Erfreut ist er über die Welle der Unterstützung. So seien bereits 1,5 Millionen Euro zusammengekommen, weitere 1,8 Millionen Euro haben Stiftungen zugesagt. Die Aktion Sternstunden widmet dem Projekt ein Kalendertürchen. "Trotzdem ist es noch ein weiter Weg", gibt der Regensburger zu.

Vor kurzem war die Grundsteinlegung, Anfang 2018 soll die Maßnahme vollendet sein. Andreesen war nach Amberg gekommen, um für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung eine Spende in Höhe von 16 000 Euro zu überreichen und hatte dabei auch über das Projekt Patientenhaus informiert.
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