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Betrunkener Lkw-Fahrer legt A93 lahm

Vermischtes
Regensburg
24.07.2016
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Ein betrunkener Lkw-Fahrer fährt mit seinem Sattelzug von der Rastanlage Pentling auf die Autobahn und hinterlässt auf einer knapp vier Kilometer langen Fahrt sechs beschädigte Fahrzeuge und vier verletzte Personen.

Am gestrigen Samstag fuhr ein 29-Jähriger gegen 16:10 Uhr laut Polizei "im Zustand völliger Trunkenheit" mit seinem mit Transformatorenkomponenten beladenen 40-Tonnen-Sattelzug von der Rastanlage Pentling aus auf die A93 Richtung Hof. Auf der Autobahn fuhr er zunächst in starken Schlangenlinien und beschädigte dabei etwa einen Kilometer vor der Anschlussstelle Regensburg-Süd sowohl die rechte als auch die Mittelschutzplanke. Anschließend hielt er auf dem Seitenstreifen an.

Ein Pkw-Fahrer blieb mit seinem Fahrzeug vor dem Sattelzug stehen und ging zum Fahrerhaus, in dem der Mann über das Lenkrad gebeugt saß. Als der Pkw-Fahrer ihn ansprach, fuhr der Trucker wieder los. Sein Sattelzug prallte dabei von hinten gegen den abgestellten Pkw des Helfers.

Der 29-Jährige setzte ohne anzuhalten seine Fahrt Richtung Norden fort. Im weiteren Verlauf fuhr er wieder in starken Schlangenlinien, bis sein Sattelzug schließlich quer zur Fahrbahn zum Stehen kam. Nun fuhr er mit dem Fahrzeug rückwärts und versuchte zu wenden. Bei diesem Fahrmanöver drückte der Sattelzug drei auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen gekommene Pkw gegen die Mittelschutzplanke.

In zwei dieser Fahrzeugen wurden dabei drei Kinder und eine Frau verletzt. Weitere zwei Fahrer konnten nicht mehr rechtzeitig vor dem Hindernis anhalten und fuhren auf den letzten der zwischen Sattelzug und Schutzplanke eingeklemmten Pkw auf.

Der Trucker setzte erneut seine Fahrt fort und kam dann mit seinem Sattelzug nach etwa 200 Metern rechts an der Schutzplanke zwischen der Anschlussstelle Regensburg-Süd und dem Autobahnkreuz Regensburg endgültig zum Stehen.

Einsatzkräfte der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg fanden den sichtlich volltrunkenen Lkw-Fahrer bewusstlos zwischen den Sitzen im Fahrerhaus. Beim Versuch, ihn aus dem Fahrzeug zu bringen, wurde der Mann wieder munter und sofort renitent. Die Beamten legten ihm sofort Handschellen an.

Der aufgrund der erheblichen Alkoholisierung zeitweise immer wieder bewusstlose Mann wurde anschließend durch den Rettungsdienst in ein Regensburger Klinikum eingeliefert und im Laufe der Nacht dann in eine Haftzelle bei der Polizei verlegt. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ordnete die Sicherstellung seines Führerscheins sowie einen vierstelligen Geldbetrag als Sicherheitsleistung an. Der rundum beschädigte Sattelzug wurde sichergestellt und abgeschleppt.

Nach bisherigen Ermittlungen hat der 29-jährige aus Rumänien stammende Fahrer auf der Rastanlage innerhalb kurzer Zeit eine Flasche Wodka geleert und ist dann losgefahren.

Keine der vier verletzten Personen musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Vier der insgesamt sechs beschädigten Pkw waren nicht mehr fahrbereit. Es entstand an den Fahrzeugen und Schutzplanken ein Schaden von geschätzten 50.000 Euro.

Wegen der weitläufigen Unfallstelle kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, zeitweise musste der Verkehr an der Anschlussstelle Regensburg-Süd ausgeleitet werden. "Gegen 18.15 Uhr war die Autobahn wieder frei befahrbar, der bis über die Anschlussstelle Bad Abbach hinausreichende Stau löste sich wieder auf", meldet Polizeisprecher Christian Rödl abschließend.
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