Mathias "Säm" Wagner ist der Popularmusikbeauftragte für Regensburg und die Oberpfalz
Die Liebe zum Pop im Herzen

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Regensburg
27.11.2015
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Es gibt Menschen, echte Glückspilze, die früh erkennen, wofür ihr Herz schlägt. Die alle Energie in etwas stecken, ohne etwas dafür zurückzuerwarten. Säm Wagner ist so ein Mensch. Sein Lebensthema: Pop und Rock. Heute darf er sich Popularmusikbeauftragter für Regensburg und den Bezirk Oberpfalz nennen. Popularmusikbeauftragter. Was für ein Wortungetüm, erdacht von Beamten, für die Kultur nichts anderes als ein weiterer Verwaltungsakt ist. Das will so gar nicht zu Säm Wagner passen - ein Mensch, der die tiefe Liebe zur Popmusik in sich trägt. Und die er unbedingt mit anderen teilen möchte.

Musik, Musik, Musik

Sucht man auf Google nach Säm Wagner gelangt man ziemlich schnell zur Website www.sub-bavaria.de. Ebenda steht: "Säm wird von seinen Eltern ursprünglich Mathias Wagner genannt, ist aufgewachsen in Pressath, dann nach Regensburg gezogen (Zivildienst)." In dieser Zeit macht sich Säm einen Namen als DJ, bringt zusammen mit Kumpel Mawe das Fan-Magazin "Pitti Platsch 3000" heraus, dreht mit der Produktionscrew "Las Vegas Boys" Musikvideos und arbeitet immer wieder journalistisch: für den Zündfunk, das Blog "Monarchie & Alltag" und die "taz". Der Rest der knappen Zeit wird mit Konzertbesuchen ausgefüllt. Musik, Musik, Musik.

Seit 2007 trägt er diesen hochoffiziellen Titel. Aber was genau macht eigentlich ein Popularmusikbeauftragter? Zunächst mal ist er ein Ansprechpartner für alle, die sich mit Popmusik in der Region befassen. "Ich helfe bei der Probenraumsuche und der Beantragung von Fördermitteln, berate Veranstalter, gebe Interviews wie jetzt gerade für den BR." Networking würde man das wohl auf Neudeutsch nennen. Ein Netzwerk, das er aber bereits seit vielen Jahren vor den Konzertbühnen der Oberpfalz knüpft.

Dort traf er auch immer wieder seine Vorgängerin Tine Christa. "Ich habe sie gefragt, ob ich sie irgendwie unterstützen kann. Das war damals zufällig eine Zeit, in der ein Nachfolger für sie gesucht wurde. Sie hat mich vorgeschlagen. Das war's", erzählt Säm. Das Wort Popularmusikbeauftragter hat mehr Buchstaben als die Wochenarbeitszeit eines ebensolchen. Neun Stunden verbringt Säm offiziell mit seiner Aufgabe. Deswegen gibt es auch einen Hauptberuf: Zeitungsredakteur in Regensburg. "Ich muss da ziemlich jonglieren. Aber es geht immer irgendwie" - obwohl neben Beruf und Leidenschaft auch Vaterpflichten rufen. Trotz dieser Dreifachbelastung und den zwei Ämtern für Regensburg und den Bezirk - Säm brennt für die Sache, Burnout-Symptome zeigt er nicht. Ganz im Gegenteil. "Ich habe ja das Glück, dass ich das, was ich tue schon immer gerne mache, mich mit Musik zu beschäftigen, auf Konzerte zu gehen, mit Künstlern zu sprechen."

Keine Berührungsängste

In seiner "Pitti Platsch 3000"-Ära und danach hatte sich Säm vor allem dem Genre Indie verschrieben. Bekannte Künstler wie Oasis oder The Smiths, aber auch ein paar abseitigere Acts konnten ihn begeistern. Heute ist er für alle Resorts der Pop- und Rockszene in Regensburg zuständig. Berührungsängste zu anderen Stilrichtungen hat er dennoch nicht. "Ich war da schon immer offen. Als Jugendlicher habe ich eine Zeit lang Hip-Hop gehört, dann wieder Metal." Und da, wo vor zehn Jahren die Gebrüder Teichmann, Beige GT oder das Schinderwies-Label für überregionales Aufsehen sorgten, macht heute der Regensburger Rap und Punk Furore.

Popkultur-Festival

Während Säm hauptsächlich als Netzwerker und Koordinator und Wegbereiter auftritt, hat er auch ein Projekt am Laufen, das er aktiv mitgestaltet: Das Regensburger Popkultur-Festival. "Das haben wir damals an den Start gebracht, weil viele fanden, dass die Popkultur in den offiziellen Kanälen zu kurz kommt." Im Augenblick plant er die Veranstaltung für das Jahr 2016.
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