Mauer soll Marinaquartier vor Hochwasser schützen - Erholungsgebiet geplant
Beton gegen Wellen

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Regensburg
28.11.2014
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Noch sieht man nichts von angelegten Grünflächen, spielenden Kindern und einer Mauer zum Schutz gegen das Hochwasser beim Marinaquartier. Stattdessen säumen Bauzäune, Gerüste, Kieshaufen und Rohbauten das Donau-Ufer.

Entlang der Babostraße schießen die Häuser derzeit aus dem Boden. Mehrere Wohnkomplexe entstehen dort. Im Juli 2013 war Spatenstich und im kommenden Jahr können die Bewohner in den ersten Reihen einziehen. Eine weitere Blockreihe komme noch. Damit die Gebäude entlang der Donaulände vom Hochwasser verschont bleiben, will die Stadt Regensburg eine Schutzmauer aufstellen.

"An der Wasserseite wird die Betonmauer rund 1,80 Meter hoch", berichtet Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Das Stadtgebiet, das in diesen Bereich der Hochwasserschutzplanung fällt, sei rund einen Kilometer lang. Die Mauer solle vom Westhafen bis zum AOK-Gelände reichen. Von einer Kostenbeteiligung seien die Anwohner freigestellt. "Das Gebäude der Gesundheitskasse hat an der Wasserseite bereits eine Mauer", sagt Christine Schimpfermann, Planungs- und Baureferentin.

Allerdings sei diese durch die unterschiedlichen Höhen und einiger Schlitze im Gemäuer wenig für den Hochwasserschutz geeignet. "Wir haben mit der AOK gesprochen - die Mauer wird abgerissen und durch eine neue an der gleichen Stelle ersetzt", meint Wolbergs. In diesem Bereich solle die Mauer rund 1,30 Meter hoch werden. Dort, wo Straßen und Gleise die Mauer kreuzen würden, seien mobile Lückenschlüsse vorgesehen. "Der Schutz bietet zum ersten Mal die Möglichkeit, ohne Gefahr vor Hochwasser vom Donaumarkt bis zur Schwabelweiserbrücke zu kommen", betont Schimpfermann.

Die erste Maßnahme, die zu sehen sei: Die entlang der Donaulände verlaufenden Bahngleise werden nach Süden verlegt, um Platz für die geplanten Grünflächen zu schaffen. "Das Gebiet entlang des Ufers beim Marinaquartier soll für die Naherholung bereitgestellt werden", weiß Schimpfermann. "Dort werden Spiel- und Sportanlagen für Kinder und Jugendliche hinkommen." Für den Park gebe es jedoch noch keine Baugenehmigung. Dadurch solle der Bereich vom Marinaquartier bis zur Königlichen Villa auch für die vielen Fußgänger attraktiv gemacht werden.

Außerdem ist eine Binnenentwässerung geplant. Entlang der Hochwasserschutzmauer sei eine Drainageleitung vorgesehen. Über zwei kleinere Pumpwerke mit einer Leistung von je 300 Liter pro Sekunde würden die Wassermengen in die Donau gepumpt. Die Kosten für die gesamten Bauarbeiten würden schätzungsweise zwischen fünf und zehn Millionen Euro betragen.
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