Mordprozess gegen Mann aus Regenstauf
Gänsehaut im Gerichtssaal

Vermischtes
Regensburg
20.04.2016
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Seit Montag muss sich ein Hausmeister (35) aus Regenstauf wegen der an seiner ein Jahr älteren Lebensgefährtin verübten Bluttat vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Der Angeklagte hatte erklären lassen, dass es sich um eine Affekttat gehandelt habe, für die er bis heute keine Erklärung habe.

Die Staatsanwaltschaft dagegen geht von Heimtücke und damit von Mord aus. Am Dienstag wurde die Pächterin der Nachbarparzelle des Gartengrundstücks, eine 78-jährige Seniorin, als Zeugin vernommen. Sie hatte dem Angeklagten vor der Tat vorgehalten, dass er sein Versprechen - das Laub auf dem Weg zu entfernen - nicht gehalten habe. Er versicherte ihr, dies bald zu tun. Kurz danach habe sie "auf einmal laute Schmerzensschreie von einer Frau gehört".

Die Frau habe sich erschrocken. Auch zwei dumpfe Schläge und Hundegebell war zu hören. Sie habe geglaubt, die Hunde ihrer Nachbarn hätten jemanden angefallen. Deshalb lief sie zum Zaun und rief lauthals "Aufhören". Von da an war alles still - totenstill. Deshalb habe sie durch den Zaun gespäht. Eine Frau habe mit dem Gesicht nach unten auf der Erde gelegen. An der Frisur habe sie ihre Nachbarin erkannt "weil sie eine so hübsche Frisur, einen Bob, hatte". Blut hatte die 78-Jährige nicht gesehen. Neben der Nachbarin stand der Angeklagte mit einer Plane in der Hand und habe diese gerade über die Frau werfen wollen.

Zeugin hatte Angst


Die Seniorin habe gerufen: "Lassen Sie das, Ihre Frau erstickt ja." Dann habe der Angeklagte ihr wiederholt erklärt, dass seine Partnerin gestolpert sei. Auf ihre Frage "Meinens nicht, dass wir die Polizei und den Krankenwagen holen sollten" habe er entgegnet, dass er ein staatlich geprüfter Sanitäter sei und sie gleich ins Blockhaus tragen würde. Verängstigt durch seinen wirren Blick habe sie dann lieber das Weite gesucht.

Doch der Vorfall ließ ihr keine Ruhe. Deshalb erzählte sie das Erlebte einem Verkäufer eines Lebensmittelgeschäftes, der die Polizei verständigte. Zusammen sei man dann zu dem Gartengrundstück auf der Winzerer Höhe gefahren, wo die Leiche gefunden wurde. Den Angeklagten trafen die Beamten in unmittelbarer Nähe des Tatortes an, wo er sich widerstandslos festnehmen ließ. Der Prozess wird fortgesetzt.
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