Neue Smartphone-App warnt die Regensburger vor Gefahren
Bombenfund, Großbrand oder Chemikalienunfall

Der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hat sich die Warn-App "Nina" bereits aufs Smartphone heruntergeladen. Bild: Gibbs
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Regensburg
17.08.2016
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Im Katastrophenfall ist es wichtig, die Bevölkerung möglichst schnell zu informieren. In Regensburg hilft dabei künftig eine App namens "Nina". Die Testphase Anfang August verlief erfolgreich. "Alles funktioniert wunderbar", sagt Johannes Buchhauser, Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz. Genau genommen handelt es sich um zwei neue Techniken.

Die Stadt Regensburg arbeitet künftig mit dem satellitengestützten "Mobilen Warnsystem" ("Mowas"), das das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt hat und den Ländern zur Verfügung stellt. Aktuell werden über "Mowas" Meldungen an Rundfunk- und Fernsehanstalten übermittelt. Darüber hinaus kann künftig die Bevölkerung direkt über die "Notfall-Informations- und Nachrichten-App" ("Nina") versorgt werden.

"Das ist ein echter Wert für den Endverbraucher", sagt der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Er betont aber, dass es sich dabei um eine "zusätzliche Informationsquelle" handelt. Alle herkömmlichen Informationswege, wie die Durchsage im Radio oder - etwa bei Bombenfunden - auch direkt vor Ort in den betroffenen Straßen, blieben erhalten. Wolbergs warnt außerdem, dass die App, die bei Apple ("I-Tunes") und Google ("Google Play") kostenfrei heruntergeladen werden kann, nicht missbraucht werden dürfe. "In den sozialen Netzwerken soll nichts dazugedichtet und alle narrisch gemacht werden."

Der Anschluss an "Mowas" koste pro Jahr 20 000 Euro, erklärte Buchhauser. Weil Regensburg für den Bund einige Funktionen übernehme, würden der Stadt derzeit aber keine Kosten anfallen. Davor, dass das Smartphone wegen der "Nina"-Warnungen ständig bimmelt, müsse man keine Angst haben. Buchhauser geht davon aus, dass die App im Normalfall nicht häufiger als zwei oder drei Mal im Jahr zum Einsatz kommt. Er hofft, dass das neue System die Arbeit der Feuerwehr erleichtert: "Nichts ist für Rettungskräfte besser als Bürger, die sich selbst auf Notfälle vorbereiten und schützen wollen."

Bislang seien in Bayern nur sehr wenige Orte an das System angeschlossen, sagte Buchhauser. In der Oberpfalz sei Regensburg die erste Stadt, die "Nina" anbietet. Derzeit würden Gespräche über eine Einführung in den Landkreisen Regensburg, Neumarkt und Cham laufen, für die die Integrierte Leitstelle Regensburg ebenfalls zuständig ist. Falls die Landkreise zustimmen, könnte die Warn-App bald bis zu 600 000 Menschen erreichen. Grundsätzlich könne sich jede Kreisverwaltungsbehörde anschließen, erklärte Buchhauser. Die Einführung in Regensburg galt auch für das bayerische Innenministerium als Testlauf.

Weitere Informationen zu "Nina": www.bbk.bund.de/nina
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