Österreicher Stadel wird Depot für Museum der Bayerischen Geschichte - Ausgrabungsfunde müssen ...
Grabsteine ziehen um

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Regensburg
28.11.2014
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Knarzende Holzstufen und verkohlte Stellen an den breiten Balken: So sieht der Österreicher Stadel von innen aus. Bald sollen in den oberen Stockwerken Ausstellungsstücke für das Museum der Bayerischen Geschichte lagern.

1988 brannte der Dachstuhl aus. Doch das Feuer konnte den Holzbalken kaum etwas anhaben. Die Grundkonstruktion kann bleiben, wenn der ehemalige Salz-Stadel seine neue Bestimmung als Museumsdepot erhält.

"Die Brandnester müssen ausgefüllt und die Balkenköpfe saniert werden", sagt Christine Schimpfermann, Planungs- und Baureferentin der Stadt. Im Mai 2018 solle das Museum der Bayerischen Geschichte eröffnen. "Das Depot muss jedoch schon eher fertig sein." Vorgesehen für den Baubeginn sei Mai oder Juni 2015.

Damit die Ausstellungsstücke für das Bayerische Museum im Stadel deponiert werden können, müssen die Grabsteine und Grabungsfunde, die das Historische Museum dort gelagert hat, weg. Dieses wird durch den Umbau ein Zentraldepot erhalten. "Bis das fertig ist, dient ein provisorisches Depot bei der Städtischen Baumschule an der Ziegetsdorfer Straße als Unterbringungsmöglichkeit", berichtet Schimpfermann. Die jüdischen Grabsteine und gotischen Schlusssteine sind teilweise über 1000 Jahre alt und wurden bei den Neupfarrplatzgrabungen gefunden. "Im Stadel sollen die neuen Ausstellungsstücke dann in die oberen Stockwerke eingelagert werden", berichtet Schimpfermann. Denn bei Hochwasser sei im Erdgeschoss des Stadels schon knietief das Wasser gestanden. "Ebenerdig kommen Büros und Archive rein, die notfalls schnell geräumt werden."

Mauer vor Stadel

Vor dem Stadel soll eine Mauer mit mobilen Elementen zum Schutz vor dem Hochwasser errichtet werden. "Weil Regensburg auf Kies liegt, ist auch ein Grundwasserschutz notwendig", erläuterte Franz Kastenmeier vom Tiefbauamt. Das steigende Grundwasser könne durch sechs Brunnen abgepumpt werden, die rund um das Gebäude angelegt werden. Die Brunnen und eine Drainage seien eine Sonderlösung für den Österreicher Stadel. Sie würden den Druck ausbalancieren und verhindern, dass die Bodenplatte hochgedrückt werde. Großer Aufwand wird auch beim Verputzen der Wände betrieben. Da aufgrund des hohen Salzgehalts Kalk auf dem Gestein nicht besonders gut hält, müsse ein wenig herumexperimentiert werden. Derzeit sei der sogenannte Romanzement-Putz in der Testphase.
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