Pfarrheim St. Emmeram
Acht Flüchtlinge ziehen aus

Pfarrheim St. Emmeram. Bild: dpa
Vermischtes
Regensburg
29.07.2016
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Am Donnerstagabend haben acht der 34 Flüchtlinge, die im Pfarrheim St. Emmeram untergebracht sind, die kirchliche Unterkunft verlassen. Andere machten am Freitagvormittag deutlich, dass sie bleiben wollen.

"Zwei Familien mit insgesamt acht Personen sind gestern Abend an ihre offiziellen Standorte zurückgekehrt", teilte Bistumssprecher Jakob Schötz bei einer Pressekonferenz am Freitag mit. Auf eigenen Wunsch würden die Familien aber in anderen Unterkünften als zuvor untergebracht. Die Flüchtlinge seien mit Bussen abgeholt worden, die Rückkehr sei freiwillig erfolgt.

"Wir sind erleichtert, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat und unser Verhandlungsweg fruchtet. Wir werden weiter verhandeln und legen den noch 26 im Pfarrheim verbliebenen Personen weiterhin nahe, dass eine Rückkehr in ihre legitimierten Unterkünfte der beste Weg ist", erklärte der Sprecher. Jeder weitere Tag in Regensburg verschlechtere die Situation der Flüchtlinge in Bezug auf ihr Asylverfahren.

Mehrere Flüchtlinge sagten am Freitagvormittag gegenüber Journalisten jedoch, dass sie im Pfarrheim bleiben wollen. Bardhoku Bardhok aus Albanien erklärte, er habe vor zwei Tagen eine Ablehnung seines Asylantrags erhalten. Darin stehe, dass sein Heimatland ein Rechtsstaat sei. "Das ist er aber nicht", sagte Bardhok. Seine Frau Lijana betonte: "Alle hier haben Probleme in ihren Heimatländern und keine sichere Zukunft." Kinder lasen Briefe vor, in denen sie die Kirche baten, ihnen dabei zu helfen, in Deutschland bleiben zu dürfen.

Auch Sprecherin geht


Unter den Flüchtlingen, die das Pfarrheim verlassen haben, ist Albona Ademi, die bislang als Sprecherin der Gruppe fungierte. Warum sie gegangen ist, wisse er nicht, sagte Bardhoku Bardhok. Mit dem Bistum Regensburg gebe es seit zwei Tagen keine Gespräche mehr, erklärte der Albaner auf Nachfrage. Am Mittwoch hatte Generalvikar Michael Fuchs die Flüchtlinge aufgefordert, das Pfarrheim zu verlassen. Als letztes Mittel ziehe das Bistum auch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch in Betracht.

Weiterhin ist die Polizei mit einem Einsatzwagen am Ausgang der Pfarrheim-Gasse vor Ort. Auch eine Unterstützergruppe der Flüchtlinge ist dort mit einem Pavillon und Plakaten mit Aufschriften wie "Stop Deportation" präsent.
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