Plädoyers im Mordprozess
Disput um Tathergang

Vermischtes
Regensburg
22.04.2016
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Im Prozess gegen einen Hausmeister (35) aus Regenstauf vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg wurden am Mittwoch die Plädoyers gehalten. Der Angeklagte soll 2015 seine Lebensgefährtin (36) in einem Schrebergarten erschlagen haben. Bei der Frage, ob Mord oder "nur" Totschlag, scheiden sich die Geister.

Vor den Plädoyers wurden die Whatsapp-Nachrichten zwischen dem Mann und dem Opfer verlesen. Sein letzter Eintrag stammte von einem Zeitpunkt, als seine Freundin bereits tot unter einer Plane im Garten lag. Die Auswertung seines PCs ergab zudem, dass er ihn nach der Tat benutzt hatte und nach den Begriffen "Leichenstarre" und "Totenstarre" suchte. Im Plädoyer ging Staatsanwalt Marcus Lang auf die Situation des Mannes ein, der sich 2005 mit einem Hausmeisterservice selbstständig gemacht habe. Aufträge habe es kaum gegeben. Seine Lebensgefährtin lernte er 2012 im Internet kennen. Die Beziehung sei durch die Schulden und die Lügen des Mannes belastet worden. Am Tattag hatte er sich nach Überzeugung der Anklage nach einem Streit mit einem schweren Eisenriegel von hinten der Frau genähert und elfmal zugeschlagen. Das arg- und wehrlose Opfer starb unmittelbar durch massive Kopfverletzungen.

Der Behauptung des Verteidigers, der Mann habe die Schläge von vorne ausgeführt, erteilte Lang eine klare Absage. Die Tat sei auch vorsätzlich gewesen. Da weder Alkohol noch Drogen im Spiel waren und es keine Hinweise auf eine Erkrankung gab, forderte er eine lebenslange Freiheitsstrafe. Verteidiger Thomas Winkelmeier beharrte darauf, die Tat wäre ein spontaner Entschluss gewesen. Die Hypothese des Staatsanwalts zum Tathergang wäre nur eine der denkbaren. Er plädierte auf Totschlag in einem minderschweren Fall.
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