Prozess in Regensburg
32-Jähriger soll seine Frau aus Eifersucht erwürgt haben

Vermischtes
Regensburg
05.07.2016
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Seit Montag muss sich ein 32 Jahre alter Gymnasiallehrer aus dem Irak vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg wegen Mordes verantworten. Erst wenige Monate vor der Tat war er mit seiner Ehefrau und seinen drei kleinen Kindern aus Bagdad über die Türkei nach Deutschland geflohen und hatte hier einen Asylantrag gestellt.

Der Anklage zufolge hatte der getrennt lebende Angeklagte in der Nacht vom 15. November 2015 vor dem Haus seiner Ehefrau in Laber gewartet, bis die Kinder schliefen. Dann schlich er sich ins Haus, um das Handy der Frau nach Kontakten zu einem noch im Irak lebenden Nebenbuhler zu kontrollieren, zu dem sie ein Verhältnis hatte. Später gab der Angeklagte zu Protokoll, seine Familie sei aus dem Irak geflohen, weil dieser Liebhaber mehrfach gedroht hatte, ihn umzubringen. Auf dem Handy fand er laut Anklage die gesuchten Beweise für einen Telefonkontakt zum Nebenbuhler. Danach erwürgte er seine Ehefrau, die ihm zuvor gestanden hatte, dass sie die Scheidung einreichen wolle, wenn der Konkurrent nach Deutschland nachkäme. Zusammen mit den Kindern verließ er das Haus.

Geständnis bei der Polizei


Zwei Stunden später tauchte er mit seiner dreijährigen Tochter bei der Polizei in Regensburg auf und erklärte: "Ich habe meine Frau getötet." Der zuständige Sachbearbeiter der Kripo berichtete, dass der Angeklagte bei seiner Vernehmung einen sehr ruhigen Eindruck gemacht habe. Auch sei er sehr redselig gewesen. Gegenüber den Vernehmungsbeamten habe er gesagt: "Ehebruch ist bei uns ein großes Verbrechen. Ich habe von meinem Recht, meine Frau zu töten, Gebrauch gemacht." Er habe sich lediglich verpflichtet gesehen, ihren Tod bei der Polizei zu melden. Auch habe er nicht verstehen können, dass er festgenommen wurde.

Laut Polizei habe der Angeklagte nichts als einen Rucksack bei sich gehabt. Darin: 1037 Euro Bargeld, drei Handys, die Ausweisdokumente der Familie und diverse Wäschestücke. Der Prozess wird fortgesetzt.
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