Prozess in Regensburg
Lange Haftstrafen für Attacke auf Asylbewerber gefordert (aktualisiert)

(Foto: dpa)
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Regensburg
14.12.2015
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Zwei Brüder schlagen in einem Zug auf einen Asylbewerber ein. Mit einem Nothammer verletzen sie den 18-Jährigen schwer. Die Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen. Eine rassistische Gesinnung sieht sie aber nicht.


Eine blutige Attacke auf einen 18 Jahre alten Asylbewerber in einem Zug in Niederbayern sollen drei junge Männer mit langen Haftstrafen büßen. Für einen 24-Jährigen, der sogar mit einem Nothammer auf sein Opfer eingeschlagen hatte, forderte die Staatsanwaltschaft am Montag vor dem Landgericht Regensburg wegen versuchten Totschlags sieben Jahre Haft.

Der 19 Jahre alte Bruder soll wegen gefährlicher Körperverletzung viereinhalb Jahre Jugendhaft erhalten, für einen dritten Angeklagten beantragte die Staatsanwaltschaft fünf Jahre Haft. Das Urteil sollte noch am Montagabend verkündet werden.

"Rassismus war nicht das Motiv"


Eine ausländerfeindliche Gesinnung sei den Angeklagten nicht nachzuweisen, betonte Oberstaatsanwalt Theo Ziegler. «Rassismus war nicht das Motiv für die Tat. Sie wäre auch passiert, wenn das Opfer Deutscher gewesen wäre.» Die Attacke sei eine Mischung aus «falschem Stolz und Machogehabe gewesen».

Die Verteidiger der beiden Brüder forderten die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Die Tat sei durch den erheblichen Drogenkonsum bedingt. Durch die jahrelange Einnahme von Drogen sei sein Mandant zum «asozialen Verbrecher und zum Schläger» geworden, sagte der Verteidiger des älteren Bruders. Er forderte zudem eine geringe Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung, um rasch mit der professionellen Therapie beginnen zu können.

Angeklagte sind vorbestraft


Die Verteidigerin des dritten Angeklagten forderten Freispruch für ihren Mandanten. Der 26-Jährige habe zwar den älteren Bruder zum Tatort begleitet, sich aber nicht an der Tat beteiligt und die Brüder sogar dazu gebracht, von dem Opfer abzulassen. Alle drei Angeklagten sind wegen Körperverletzung vorbestraft.

Die 19 und 24 Jahre alten Brüder hatten zugegeben, wenige Tage vor Weihnachten, den jungen Mann aus Mali in Niederlindhart (Landkreis Straubing) attackiert zu haben, als dieser den Regionalzug verlassen wollte. Sie zogen ihm die Jacke über den Kopf, schlugen und traten auf den 18-Jährigen ein. Zudem schlug der ältere Bruder zweimal mit einem spitzen Notfallhammer zu.

Der Attacke war nach Angaben der Angreifer eine Provokation des Opfers vorausgegangen. Ein rassistisches Motiv hatten sie bestritten. Der 18-Jährige aus Mali hatte bei der Attacke eine Gehirnerschütterung sowie zwei Platzwunden und Prellungen am Kopf erlitten und musste drei Tage im Krankenhaus.
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