Prozess wegen sexueller Nötigung
Probleme mit Leben in Freiheit

Vermischtes
Regensburg
08.09.2016
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Der Prozess um versuchte sexuelle Nötigung mit Körperverletzung vor dem Landgericht Regensburg geht weiter: Es gibt drei Versionen der Geschehnisse und eine Frage: Wollte der Angeklagte seine Rückkehr in den Knast provozieren?

Nach zwei Verhandlungstagen gegen einen Gärtner (51) sieht sich die 7. Strafkammer mit den verschiedenen Aussagen zum Tatgeschehen konfrontiert. Wie berichtet, hatte der vor Gericht schweigende Angeklagte einem Polizeibeamten gegenüber geäußert, dass er die Geschädigte auf dem Gehweg nur überholen wollte und sie deshalb beiseiteschob. Dabei seien beide gestürzt und die Frau hätte sich plötzlich wie eine Furie benommen.

Seine Bewährungshelferin berichtete am zweiten Verhandlungstag, dass der Angeklagte ihr gegenüber geäußert habe, er habe geglaubt, eine alte Bekannte vor sich zu haben. Deshalb habe er sie von hinten umarmt. Diesen Behauptungen trat die Geschädigte 60) im Zeugenstand entschieden entgegen. Für die Reinigungskraft war es ein gezielter Angriff mit einem sexuellen Hintergrund. Auf der menschenleeren Straße sei sie von hinten umklammert worden. "Ich wollte mich befreien, doch der ließ mich nicht mehr los." Vermutlich stellte er ihr ein Bein, brachte sie zu Boden und warf sich auf sie. "Dann kam er mit seinem Mund ganz nah an mein Gesicht." Sie habe sich gewehrt und um Hilfe gerufen, habe Todesangst. Als sich ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma näherte, habe er von ihr abgelassen und sei geflüchtet.

Der aus dem Kreis Dachau stammende Angeklagte war in den 90er Jahren wegen zwei Vergewaltigungen verurteilt worden. Bei seiner Entlassung im Juni letzten Jahres war nur in Regensburg ein Übergangsheim bereit, einen Ex-Häftling mit einer elektronischen Fußfessel aufzunehmen. Laut der Bewährungshelferin hatte er Schwierigkeiten, sich in Freiheit zurecht zu finden.

Der Versuch, über Facebook Kontakte zu knüpfen, scheiterte, da ein User seine Identität aufdeckte. Die Reaktionen seien so heftig gewesen, dass sie als Bewährungshelferin für ihn eine Namensänderung beantragt habe. Bis zur Festnahme im Dezember sei hierüber noch nicht entschieden gewesen. Bei einem Besuch im Untersuchungsgefängnis habe er sich ihr gegenüber so geäußert: "Ich will nicht mehr raus, das ist Stress." Ob er dies durch seine Tat provozieren wollte, soll in den nächsten Verhandlungstagen geklärt werden.
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