Schwarzarbeit am Bau: Neun Männer in Untersuchungshaft
Schein-Rechnungen für 7,5 Millionen Euro

Bundesweit startete der Zoll am 8. November eine Razzia auf Baustellen. Ein Unternehmer aus dem Landkreis Regensburg stand dabei besonders im Visier. Archivbild: dpa
Vermischtes
Regensburg
23.11.2016
109
0

München/Regensburg. Zwei Wochen nach bundesweiten Razzien wegen Schwarzarbeit am Bau sitzen in Bayern neun Männer in Untersuchungshaft. Es gehe unter anderem um Steuerhinterziehung und Sozialbetrug, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Dienstag mit. "Zu etwaigen Schadenshöhen können wir derzeit keine konkreten Zahlen nennen, da hier zunächst die weiteren Ermittlungen abzuwarten sind." Der Bayerische Rundfunk hatte zuvor darüber berichtet.

Die zentrale Figur soll ein Bauunternehmer aus der Nähe von Regensburg sein. Laut BR sollen über Jahre hinweg über Bayerns Grenzen hinaus Schein-Rechnungen in Höhe von 7,5 Millionen Euro ausgestellt worden sein. Vier Beschuldigte seien noch auf der Flucht. Polizei und Zoll hatten am 8. November in mehreren Bundesländern Razzien wegen Schwarzarbeit bei mehreren Bauunternehmen gestartet. Schwerpunkte waren Berlin und Bayern. 77 Firmen und Privatwohnungen wurden durchsucht.

Der Bauunternehmer aus dem Landkreis Regensburg soll Auftraggeber für verschiedene sogenannte Servicegesellschaften gewesen sein. Diese stellen den Baufirmen Scheinrechnungen ohne Gegenleistung aus. Die Firmen zahlen die Rechnung, bekommen das Geld aber unter der Hand wieder und bezahlen damit Schwarzarbeiter.

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.