"Sea-Eye" rettet mehr als 5500 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer
Regensburger Rettungsaktion startet mit weiterem Boot

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Regensburg
13.11.2016
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Mit einem umgebauten Fischkutter hat die Regensburger Rettungsaktion «Sea-Eye» Tausende Flüchtlingen aus dem Mittelmeer gerettet. Nun bereiten sich die Crewmitglieder auf ein weiteres Jahr vor - mit einem zweiten Boot.

Das private Rettungsschiff «Sea-Eye» hat in diesem Jahr mehr als 5500 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Seit April habe es insgesamt 14 zweiwöchigen Einsätze auf dem umgebauten Fischkutter vor der libyschen Küste gegeben, sagte Hans-Peter Buschheuer von der Rettungsorganisation aus Regensburg. Das Schiff werde nun auf Malta überholt und vom kommenden April an wieder im Einsatz sein. «Die humanitäre Situation hat sich im Mittelmeer kein bisschen entspannt. Deshalb haben wir uns entschlossen weiterzumachen», betonte Buschheuer.

Geplant ist nach Angaben Buschheuers auch der Kauf eines zweiten Schiffes, um noch mehr Flüchtlinge aus Seenot zu retten. «Wir rechnen in 2017 mit noch mehr Menschen, die die lebensgefährliche Flucht auf dem Mittelmeer wagen.»

Der Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer hatte 2015 einen 60 Jahre alten, gut 24 Meter langen Hochseekutter gekauft. In der Rostocker Werft Tamsen Maritim ließ er ihn für die Seenotrettung umbauen. Im April startete die «Sea-Eye» mit rund 700 Schwimmwesten und Rettungsinseln für 400 Menschen sowie Wasser und Nahrung an Bord zu ihrem ersten Einsatz im Mittelmeer.

Finanziert wird das etwa 250 000 Euro teure Projekt ausschließlich durch Spenden. «Der größte Kostenpunkt ist der extrem hohe Dieselverbrauch», erläuterte Buschheuer. Hinzu kämen Kosten für Medikamente sowie Hafengebühren. Die achtköpfige Crew, die 14 Tage lang im Einsatz war, bestand aus Freiwilligen, die ihren Urlaub für den Rettungseinsatz geopfert haben.

«Es haben sich fast 500 Freiwillige aus ganz Deutschland gemeldet, wir konnten in diesem Jahr aber nur etwa 100 Helfer einsetzen», bedauerte Buschheuer. Wenn es aber mit dem zweiten Rettungsschiffes klappt, würde dieses Potenzial ausgenutzt.

Einen ersten Schritt für die Vorbereitung auf die Seenotrettung im Mittelmeer im kommenden Jahr machten die Freiwilligen bereits an diesem Samstag. «Bei dem Jahrestreffen der Mitglieder und Aktivisten werden die Neulinge eingewiesen und sie sollen die möglichen Crewmitglieder kennenlernen», sagte Buschheuer.
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