Sicherheitsbericht der Polizei
Zahl der Straftaten leicht gestiegen

Polizeirat Christian Kiener, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Polizeivizepräsident Michael Liegl und der Leiter des Sachgebietes Kriminalitätsbekämpfung, Leitender Kriminaldirektor Klaus Bachl (von links) stellten den Sicherheitsbericht für das Polizeipräsidium Oberpfalz vor. Bild: Polizei
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Regensburg
24.03.2016
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Das Polizeipräsidium Oberpfalz hat am heutigen Donnerstag den Sicherheitsbericht für das Jahr 2015 vorgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Regierungsbezirk Oberpfalz erfassten Straftaten angestiegen. Wurden 2014 noch 48.645 Fälle erfasst, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 54.002.

Der Anstieg ist auf die Anzeigenerstattung wegen "aufenthaltsrechtlicher Verstöße" im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle zurückzuführen. "Betrachtet man die Fallzahlen ohne die Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz, so ergibt sich ein Rückgang um 1705 Fälle und damit auf den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre", berichtet der Polizeisprecher des Polizeipräsidiums Regensburg, Stefan Hartl.

Diebstahlsdelikte nehmen wie in den vergangenen Jahren den größten Anteil an der Gesamtkriminalität ein. Die Anzahl (15.503 Delikte) ist zum zweiten Mal in Folge gesunken. Dies ist nach 2010 der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre. Bei knapp zwei Dritteln der Fälle handelte es sich um einfache Diebstähle, bei 38 Prozent um Diebstähle unter "erschwerten Umständen". Hier mussten die Täter besondere Sicherungseinrichtungen überwinden, wie etwa bei einem Pkw-Aufbruch oder beim Diebstahl eines versperrten Fahrrades.

Mit 2481 gestohlenen Fahrrädern wurde im abgelaufenen Jahr der Höchstwert der letzten fünf Jahre erreicht. Das Polizeipräsidium Oberpfalz hat darauf reagiert und die Ermittlungsgruppe „Fahrrad“ mit sechs Beamten gegründet.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um 13 Delikte auf 561 Fälle und damit auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre. Stefan Hartl: "Im Vergleich der Präsidien jedoch, weist das Polizeipräsidium Oberpfalz nach Schwaben Süd/West und Oberfranken die niedrigsten Fallzahlen auf."

"Große Sorge" bereite der Polizei die Entwicklung bei den Drogentoten. Im abgelaufenen Jahr starben 30 Menschen an übermäßigem Drogenkonsum. Im Vergleich zum Jahr 2014 eine Steigerung um 25 Prozent. Die Einfuhr von Rauschgift war, wie bereits in den Vorjahren, auch 2015 ein aktueller Schwerpunkt. Das zeigten die Aufgriffe der Schleierfahnder sowie die sichergestellten Mengen, beispielsweise über 31 Kilogramm Marihuana und über 5 Kilogramm Crystal Speed.

Bei der sogenannten Gewaltkriminalität sind Körperverletzungsdelikte mit über 80 Prozent am stärksten vertreten. 2015 ist die Gesamtzahl der Gewaltdelikte um 58 Fälle (4,5 Prozent) gestiegen. Dennoch liegen die Fallzahlen auf dem zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote lag hier bei 84,4 Prozent (1140 Delikte). Den geografischen Schwerpunkt bildet dabei - wie in den Vorjahren auch - Delikte in der Stadt Regensburg. "Generell lässt sich feststellen, dass übermäßiger Alkoholgenuss bei der Gewaltkriminalität eine maßgebliche Rolle spielt", so Stefan Hartl.
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