Städtebauförderung für Regensburgs Porta Praetoria und Synagoge
Bund kofinanziert teures Erbe

Staatssekretär Florian Pronold (rechts) erläutert den Beitrag des Bundesbauministeriums zur Städtebauförderung. Bild: gib
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Regensburg
23.05.2016
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Tag der Städtebauförderung in Regensburg: Der Bund unterstützt die Sanierung der Porta Praetoria und den Neubau der Synagoge mit 5,3 Millionen Euro.

Ein "sexy Thema" ist Städtebauförderung nicht unbedingt. Das räumte Florian Pronold (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, bei der Eröffnung des Tags der Städtebauförderung am Samstag am Marc-Aurel-Ufer ein. Doch sie sei enorm wichtig. In Regensburg werden aktuell zwei Projekte unterstützt.

Zwei Drittel vom Bund


Zum einen beteiligt sich der Bund mit 2 Millionen Euro an der Sanierung eines der wichtigsten Bauwerke aus der Römerzeit in Bayern, der Porta Praetoria. Zum anderen wird der Bau der neuen Regensburger Synagoge von der Städtebauförderung mit 3,3 Millionen Euro unterstützt. Auch für eine prosperierende Stadt wie Regensburg sei das viel Geld, meinte Pronold. Der Parlamentarische Staatssekretär gratulierte der Stadt zu ihrem historischen Erbe, das sehr gut gepflegt werde. Aber erst durch die Städtebauförderung würden gewisse Projekte für Städte und Gemeinden erschwinglich: Der Bund übernimmt im Regelfall zwei Drittel der Kosten.

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) bestätigte, dass vieles in der Altstadt von Regensburg ohne die Städtebauförderung anders aussehen würde. Auch die zwei aktuell unterstützten Projekte seien ohne die Zuschüsse nicht möglich gewesen. Das historische Stadtinnere spiele eine wichtige Rolle für die Identität der Regensburger Bevölkerung. "Im Kern bleibt stehen, dass die Menschen diese Stadt lieben, weil die Altstadt wunderschön ist."

Die Porta Praetoria werde originalgetreu saniert, betonte der OB. "Das ist eine Wahnsinnsarbeit, jeder Stein muss einzeln bearbeitet werden." Ein Infopunkt und eine Piazza sollen nach Abschluss der Generalsanierung zum Verweilen einladen. Am Samstag luden Führungen zur Erkundung des Innenlebens der Porta Praetoria. Kinder durften in die Rolle von Römern schlüpfen oder einen antiken Torbogen konstruieren.

Ersatz für zerstörte Synagoge


Den Bau der Synagoge bezeichnete Wolbergs als Angelegenheit der gesamten Stadtgesellschaft. Es gehe darum, "der jüdischen Gemeinde etwas zurückzugeben, das wir ihr geraubt haben". Die 1912 eingeweihte Synagoge wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Bei Führungen zum Thema "Stolpersteine für jüdische Opfer" und "Jüdisches Leben in Regensburg" erfuhren die Besucher am Samstag mehr über die Geschichte der Gemeinde.

Nach 2015 fand der Tag der Städtebauförderung zum zweiten Mal statt. Über 500 Städte und Gemeinden nahmen bundesweit mit Veranstaltungen daran teil. Der Thementag ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag sowie Deutschem Städte- und Gemeindebund. Ziel ist es, die Inhalte, Ergebnisse und Erfolge der Städtebauförderung vorzustellen und sichtbar zu machen.
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