Starkes Umfeld der Boomtown

Vermischtes
Regensburg
24.10.2014
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Die neue Regensburger Landrätin Tanja Schweiger ist von der Region überzeugt: "Wir haben tolle Betriebe, nahezu Vollbeschäftigung, ein gutes Ausbildungsangebot und viele Freizeitmöglichkeiten."

Seit einem halben Jahr ist Landrätin Tanja Schweiger im Amt. Im Interview sprach sie über die starken Akzente, die sie für die Entwicklung der Region setzen möchte.

Frau Landrätin, welche Stärken des Landkreises Regensburg stechen für Sie hervor?

Tanja Schweiger : Gemeinsam mit der Stadt Regensburg bilden wir ein starkes Zentrum in Ostbayern mit über 300 000 Einwohnern. Wir sind wirtschaftlich stark, haben tolle Betriebe, nahezu Vollbeschäftigung, ein gutes Ausbildungsangebot und viele Freizeitmöglichkeiten. Bei uns bekommt man alle Vorteile einer Großstadt, vereint mit allen Vorteilen einer ländlichen Struktur. Das Besondere ist unsere unterschiedliche Landschaft, die vom Tangrintel über das Juragebiet bis zum Vorwald über die Donauebene in den Gäuboden führt.

Im Zukunftsatlas 2013 der Prognos AG punktet der Landkreis bei den Themen "Wohlstand & soziale Lage" sowie "Wettbewerb & Innovation", schwächelt aber, wenn es um den Arbeitsmarkt (Rang 306 von 402) geht. Welche Lösungen können hier helfen?

Schweiger : Hier gilt es, den Wirtschaftsraum Regensburg insgesamt zu betrachten. Das Arbeitsplatzangebot ist sehr umfassend. Die niedrige Arbeitslosenquote im Landkreis (2,4 Prozent) ermöglicht es kaum noch, Verbesserungen - und damit Dynamik wie die Prognos-Studie dies bewertet - zu erzielen.

Wie möchten Sie neue Unternehmen für den Landkreis begeistern?

Schweiger : Mit einer guten Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Verkehr und Breitband, mit einer bürgerfreundlichen Verwaltung und einem Umfeld, das für Mitarbeiter interessant ist. Dazu gehören ausreichend Wohnungs- sowie Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Schulen, Kinderbetreuungsmöglichkeiten und unterschiedliche Kultur- und Freizeitangebote.

Wie kann man die Lebensqualität im Landkreis sichern und noch ausbauen?

Schweiger : Einerseits braucht man eine gute Infrastruktur, die Breitband, Verkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Naherholung, kulturelle Angebote, Kinderbetreuung und Schulen miteinschließt. Andererseits gehört dazu ein gutes Miteinander. Unsere vielen Vereine mit hervorragender Jugendarbeit, das ehrenamtliche Engagement und die Nachbarschaftshilfen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Wie wird sich der Neubau der Neufahrner Kurve, die ab 2018 Ostbayern an den Flughafen München anbinden soll, auf den Landkreis auswirken?

Schweiger : Wir haben damit direkten Schienenzugang zum zweitgrößten deutschen Flughafen. Das ist wichtig für die exportstarke heimische Wirtschaft, aber auch für diejenigen, die Fernreisen unternehmen wollen. Um den Zugang zu den Zügen zu erleichtern, sollten diese nicht nur in Regensburg und Landshut halten. Aktuell bemühen wir uns um einen zusätzlichen Halt im Landkreis. Wichtig sind uns eine gute Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten.

Welche Themen und Handlungsfelder haben bei der Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg eine besondere Priorität?

Schweiger : Der ÖPNV, den wir ganz neu denken müssen. Mobilität ist gerade für einen Flächenlandkreis von besonderer Bedeutung. Die Zusammenarbeit, wenn es darum geht, Unternehmen in der Region anzusiedeln. Wir sind dran an der Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur, an einer gemeinsamen Schullandschaft, den Themen Energie und Naherholung.

Wie steht es um die Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen?

Schweiger : Wir arbeiten seit Jahren gut mit den Nachbarlandkreisen zusammen. Als nächstes würde ich gerne den Regensburger Verkehrsverbund (RVV) stärker auf den Landkreis Straubing-Bogen ausdehnen. Erste Kontakte hat es bereits gegeben. Im Rahmen der Integrierten Leitstelle Regensburg gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg und den Landkreisen Neumarkt und Cham. Auch bei der Adoptionsvermittlung arbeiten wir eng mit den Kreisjugendämtern Cham, Neumarkt und Schwandorf zusammen.

Wie würden Sie junge Menschen, die wegziehen möchten, davon überzeugen, doch im Landkreis zu bleiben?

Schweiger : Erfahrung in anderen Städten und Ländern zu sammeln, erweitert den Horizont. Das ist grundsätzlich begrüßenswert. Aber die beruflichen und schulischen Angebote in unserer Region sind so vielfältig, dass sich ein Hierbleiben oder eine Rückkehr immer wieder lohnen. Die Branchenvielfalt der Unternehmen lässt fast keine Wünsche offen, und die Möglichkeiten im Kultur- und Freizeitbereich sind so umfangreich, dass man bei uns vor allem sehr gut leben kann.
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