Stephan Mühlbauer und seine Frau Daniela verstehen sich als Mittelalter-Originale: "Blödsinn ...
Auf Zeitreise mit dem Kistler von Regensburg

Vermischtes
Regensburg
27.11.2015
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Für Geschichte und alte Dinge hat sich Stephan Mühlbauer schon immer interessiert. "Als Kind hatte ich den Lehrer Bauer, der sich große Verdienste um die Historie Regensburgs erworben hat".

Restaurator

Das frühe Interesse an der Vergangenheit der Freien Reichsstadt lebt Mühlbauer auch im Beruf aus. Er wurde Schreiner und Restaurator, verdient damit auch heute noch sein Geld. Unter anderem war er in den Klöstern Speinshart, Waldsassen und Ortenburg am Werk, im Straubinger Wirtshaus "Zur Goaß" und am Regensburger Dom.

Dann erwachte seine Leidenschaft für das Mittelalter. "Wir fuhren mit den Kindern einmal auf einen großen mittelalterlichen Markt. Das hat uns so viel Freude bereitet, dass wir selber Teil der Szene werden wollten", erinnert sich seine Frau Daniela. "Wir überlegten, wie wir das bewerkstelligen konnten, und stellten fest, dass die Menschen, die zu solchen Mittelaltertreffen kamen, meist gut ausgestattet waren, aber keine mittelalterlichen Möbel hatten."

Sympathische Szene

So wurde Schreiner Mühlbauer kurzerhand zum "Kistler", wie die Schreiner im Mittelalter hießen. Er baute sich einen Planwagen, mit dem das Ehepaar seitdem an Wochenenden von Mittelalter- zu Mittelalter-Event pilgert und dort zur Zeit passende Möbelstücke wie etwa Truhen anbietet. "Das hat funktioniert. Im Vordergrund steht aber der Spaß." Denn: "Die Menschen, die wir bei diesen Anlässen treffen, sind einfach nett." Bei solchen Veranstaltungen bauen sie oft auch ihren "Holzwurmcircus" auf, eine kleine Bühne. Daneben platzieren sich Stefan und Daniela Mühlbauer und schlüpfen in mittelalterlicher Kluft in Rollen, die zeitgemäße Inhalte mit kabarettistischen Mitteln aufgreifen: "Wir persiflieren Politiker und bringen Themen zur Sprache, die die Menschen von den Schlagzeilen der Medien her kennen." Der "Holzwurmcircus" erwies sich so als weitere Möglichkeit, ihr Faible fürs Mittelalter auszuleben, denn: "Blödsinn können wir machen, darin samma guat!"

Auch mit einem eigenen Puppentheater, "das auch Erwachsene gerne sehen", sind die beiden "mittelalterlich" unterwegs. "Ich schnitze die Figuren, meine Frau ist Gestalterin und kümmert sich ums Bühnenbild", erklärt Stephan Mühlbauer. Die Geschichten schreiben sie zusammen. Darin stets mit dabei ist "Aneike", eine Kunstfigur, die immer wieder neue Abenteuer erlebt. "Den Namen haben wir von unseren Kindern abgeleitet, die Anna und Mareike heißen", klärt Daniela Mühlbauer auf. Die Sache macht einfach Spaß: "Wenn wir merken, dass das Publikum mitgeht, weichen wir auch vom Skript ab und improvisieren. Das kommt immer gut an", freut sich Handpuppen-Dirigent Mühlbauer.

Regensburger Originale

In Regensburg hat das Ehepaar schon lange ein Stammpublikum, das bei ihren Aufführungen immer wieder zu sehen ist. Und so haben es die beiden in der Stadt auch zu etwas Berühmtheit gebracht: "Als ,Der Kistler und sein Weib' sind sie mittlerweile schon so etwas wie Regensburger Mittelalter-Originale.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.derkistler.de
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