Studientag „ Flüchtlingsarbeit und Kirchenasyl“
Nicht egal, was wir glauben

Heribert Prantl rief in Regensburg zu weiterem Engagement für Flüchtlinge auf. Bild: Dobler
Vermischtes
Regensburg
22.04.2016
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Als "Missachtung elementarer humaner Werte" geißelte Heribert Prantl aktuelle Entscheidungen der Bundesregierung zur Flüchtlingspolitik. Dafür gab es beim Studientag "Flüchtlingsarbeit und Kirchenasyl" in Regensburg langen Applaus. Prantl und die anderen Redner fanden deutliche Worte, auch der Ermunterung für die Helfer. So gingen die mehr als 100 Teilnehmer aus ganz Bayern - ermutigt im Engagement in der Flüchtlingsarbeit - nach dem 23. Studientag mit dem Thema "Platz in der Herberge - Wir schaffen das!" wieder auseinander.

Erfolg Europas


Die bekannte Franziskanerin und Hochschulprofessorin Mirjam Schambeck machte bei ihrem Referat "Theologische Überlegungen im Kontext von Geflüchteten und Integration" deutlich, dass Erfolg der Flüchtlingsarbeit und damit auch die Zukunft Deutschlands und Europas davon abhänge, "was wir glauben, was wir uns als Möglichkeit vorstellen, was wir anstreben". Sie fragte: "Sind wir davon beseelt, dass für Flüchtlinge und für die Integration in ein sich seiner grundlegenden Werte und Stärken bewusstes Europas gelingen kann oder nicht? Sind wir geleitet von einer Haltung aus dem Vertrauen auf ein in der christlichen Botschaft zugesagtes Heil für alle Menschen, über alle Bedenken und Verweise auf Zwänge der Realität hinweg, die uns zu einem Engagement für Menschen in Not antreibt?"

Vor ihr hatte auf diesem Studientag der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung Heribert Prantl in einem leidenschaftlichen Plädoyer die Notwendigkeit und die Chancen einer humanen und an Werten orientierten Flüchtlingspolitik beschworen. "Mit Zorn" geißelte er die aktuellen Entscheidungen der Bundesregierung zur Asylpolitik, sah in den Maßnahmen der an der Balkanroute liegenden EU-Ländern eine Gefährdung eines Europas, wie es sich nach den zwei Weltkriegen entwickelt hatte. Dieser "Zorn" nehme Partei für die Entrechteten und für die Flüchtlinge. Das gegenwärtige politische Handeln sei ein Rückfall in alte nationalistische Ideologien.

Wohltuend für alle


Der Nachmittag galt den Erfahrungsberichten aus der Region. Bei diesen Berichten von Lokalpolitikern, aus Klöstern und Gemeinden zeigte sich - nicht überraschend für die Zuhörer - dass die Annahme des Fremden als wohltuend für alle erfahren wird. Zum Studientag hatte Pax Christi Regensburg zusammen mit dem Ökumenischen Kirchenasylnetz Bayern, dem Koordinator Kirchenasvl der evangelischen. Kirche in Bayern, Campus Asyl Regensburg und die BI Asyl Regensburg eingeladen. Die Texte der lesenswerten Referate von Dr. Heribert Prantl und Professor Mirjam Schambeck finden sich auf der Homepage von Pax Christi Regensburg.
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