Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst
Streik ohne Theater

Lautstark protestierten die Streikenden vor dem Alten Rathaus in Regensburg. Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner bezeichnete das Angebot der öffentlichen Arbeitgeber als "Provokation". Bild: gib
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Regensburg
27.04.2016
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Verdi weitet die Warnstreiks im öffentlichen Dienst heute aus. Die Fluggesellschaften sagen in Frankfurt und München Hunderte Flüge ab. Bereits am Dienstag war der öffentliche Dienst in der Oberpfalz betroffen.

Regensburg/München. (gib/dpa) Regensburg war am Dienstag ein Streikschwerpunkt im Tarifstreit im öffentlichen Dienst. 750 Arbeitnehmer nahmen nach Auskunft von Kathrin Birner, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi Oberpfalz, an dem Streik teil, bayernweit waren es 8000. Von dem Ausstand betroffen waren neben der Regensburger Stadtverwaltung und den städtischen Kindertageseinrichtungen auch das Landratsamt, das Bezirksklinikum, das Wasser- und Schifffahrtsamt, die Agentur für Arbeit, der Energieversorger Rewag, das Jobcenter sowie das Theater Regensburg, wo am Abend zwei Aufführungen abgesagt werden mussten.

Kritik von Verkehrswirtschaft


Bei Regenwetter zog am Vormittag ein lautstarker, von Verdi organisierter Protestzug durch die Stadt. Mit Trillerpfeifen, Trommeln und Plakaten machten die Streikenden ihrem Unmut über den bisherigen Verlauf der Tarifverhandlungen Luft. Vor dem Alten Rathaus versammelten sie sich zu einer Kundgebung. Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner bezeichnete das vorliegende Angebot der öffentlichen Arbeitgeber als "Provokation". Heute soll der Oberpfälzer Schwerpunkt in der Region Schwandorf liegen.

Bundesweit müssen sich Zehntausende Passagiere auf Verzögerungen und Ausfälle im Flugverkehr einstellen. Verdi weitet die Streiks auf die sechs wichtigen Flughäfen München, Frankfurt, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover aus. Ab der Frühschicht sollen etwa Werkstätten, Luftsicherheitskontrollen sowie Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung bestreikt werden, sofern sie noch von öffentlich Bediensteten erledigt werden. In Frankfurt, München und Köln/Bonn soll auch die Flughafenfeuerwehr betroffen sein. Der Flughafenverband ADV wie auch der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) verlangte schärfere Regeln für Arbeitskämpfe im Luftverkehr. Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte die Maßnahmen. In dem Tarifkonflikt fordern Verdi und der Beamtenbund dbb sechs Prozent mehr Geld für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die Arbeitgeberseite hat drei Prozent mehr angeboten.
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