Tierseuche RHD: Verdachtsfälle in der Oberpfalz
Kaninchenbesitzer in Sorge

Die Kaninchenseuche RHD sorgt derzeit für Unruhe unter den Tierbesitzern. Archivbild: Hartl
Vermischtes
Regensburg
12.05.2016
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Es ist eine unter Kaninchenbesitzern gefürchtete Seuche: Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD) ist eine Viruserkrankung, die oft ohne klare Anzeichen in ein bis drei Tagen zum Tod führt. Nachdem Fälle im Raum Regensburg aufgetaucht sind, die auf RHD hinweisen, sind Kaninchenbesitzer in der Oberpfalz alarmiert.

Vermeintlich kerngesunde Kaninchen liegen morgens plötzlich tot im Stall: RHD, das auch in der mutierten, noch aggressiveren Form RHD-2 vorkommt, lässt das Tier innerhalb von drei Tagen an inneren Blutungen verenden. Bei der Regensburgerin Birgit Krigers, die für die Tierhilfe Kelheim Kaninchen in Pflege nimmt, sind jüngst 11 von 25 Tieren mit Verdacht auf RHD-2 verstorben. Krigers wartet derzeit auf die Ergebnisse einer Leberprobe vom Friedrich-Loeffler-Institut. Die Impfung der Jungtiere war erst 10 Tage alt und damit wohl noch nicht wirksam. Die Tierklinik Haslbach in Regensburg meldete den Fall einer Familie, bei der plötzlich vier Kaninchen starben. Auch hier werden derzeit Proben ausgewertet, die zeigen sollen, ob die Haustiere an RHD-2 erkrankt waren.

"Wir haben gehört, dass es im Landkreis mehrere Fälle gibt", sagt Hans Fichtl, Pressesprecher des Landratsamts Regensburg. Doch da RHD nicht meldepflichtig ist, würden dem Veterinäramt keine offiziellen Zahlen vorliegen. Das Landratsamt könne nur den Rat geben zu impfen. Keine Fälle von RHD oder RHD-2 sind den Veterinärämtern Amberg-Sulzbach und Neustadt/WN bekannt. Aber auch hier gilt, dass das Virus nicht meldepflichtig ist.

Keine Gefahr für Menschen


Nach Informationen unserer Zeitung sind im Raum Ambergs sieben Kaninchen von vier Besitzern innerhalb einer Woche plötzlich gestorben. Ob es einen Zusammenhang mit RHD gibt, ist nicht klar. Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt zu kranken Tieren, aber auch durch Mücken, Flöhe, Milben, Läuse und Zecken oder kontaminiertes Futter. Für den Menschen ist die Erkrankung ungefährlich. Er kann aber Überträger sein.

Tückisch ist, dass die erkrankten Tiere nicht unbedingt Auffälligkeiten zeigen. Teils bekommen sie jedoch Fieber, ringen nach Luft, krampfen und bluten aus der Nase. Geschützt werden können die Kaninchen allein durch eine jährliche Impfung. Wegen des neuen RHD-2-Stamms raten manche Experten dazu, alle 6 Monate impfen zu lassen, da nur ein sehr hoher Antikörper-Titer die Immunabwehr begünstigt.

Unter den hiesigen Kaninchenzüchtern ist RHD noch nicht als Problem aufgeschlagen, berichtet Wolfgang Schreiber aus Erbendorf (Kreis Tirschenreuth). Dem Vorsitzenden des Bezirksverbands Oberpfälzer Rassekaninchenzüchter ist kein entsprechender Fall bekannt.

Er weist aber auch darauf hin, dass die Züchter sich streng an die Impfpläne halten. Gerade vor Schauen müssten die Kaninchen geimpft werden. "Meistens erwischt es die privaten Halter", sagt Schreiber. Er züchte seit 30 Jahren Kaninchen und habe die Krankheit bislang noch nicht im Stall gehabt.
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