Unfallstatistik für die Oberpfalz
Gefährlicher Wildwechsel

Vermischtes
Regensburg
24.02.2016
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Weniger Alkohol, weniger Tempo. Die Zahl der Unfälle mit diesen Ursachen ging im vergangenen Jahr absolut und relativ zurück. Aufpassen müssen Autofahrer allerdings vermehrt auf Landstraßen.

Die Unfallzahlen in der Oberpfalz sind im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen - um 8,1 Prozent von 31 648 auf 34 212. Wie das Polizeipräsidium am Dienstag mitteilte, gab es zudem mehr Unfalltote zu beklagen: Die Zahl kletterte von 61 im Jahr 2014 auf 83 Personen - plus 36,1 Prozent. Ebenfalls einen Anstieg weist die Statistik bei der Zahl der Verletzten auf.

Als Hauptgrund für die allgemein gestiegenen Unfallzahlen gibt die Polizei Wildunfälle an. Sie hätten mit 10 377 mittlerweile einen Anteil von 30,3 Prozent. Dabei kam allerdings niemand ums Leben und es wurden mit 78 Personen auch drei Personen weniger verletzt als im Vorjahr. Allgemeine Hauptunfallursachen waren Fehler beim Abbiegen und Wenden (11,2 Prozent) sowie Vorfahrts- und Abstandsverstöße (5,4 bzw. 5 Prozent). Der Anteil der durch überhöhte Geschwindigkeit oder Alkoholeinfluss verursachten Unfälle sank von 3,7 auf 3,4 Prozent. Jedoch sind laut Polizei die Folgen nach wie vor besonders schwerwiegend. Insgesamt 21 Personen (Geschwindigkeit: 13; Alkohol: 8) verloren deswegen ihr Leben; ein Anteil von 25,3 Prozent aller Verkehrstoten.

Über 15 000 Mal zu schnell


Nach Geschwindigkeitskontrollen im vergangenen Jahr bekamen 15 360 Fahrer Anzeigen. Zudem stellte die Polizei 38 841 Verwarnungen aus. 1176 Fahrer hatten die zulässige Höchstgeschwindigkeit derart deutlich überschritten, dass sie neben einer Geldbuße auch ein Fahrverbot erhielten. Überhöhte Geschwindigkeit führte exakt 1000 Mal zu Unfällen (minus 18). Während dabei 2014 lediglich neun Menschen starben, waren es im abgelaufenen Jahr 13 Personen. Auf zehn Jahre betrachtet sank die Zahl um 39,1 Prozent.

Im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Entwicklung der Unfälle mit Personenschaden weiterhin rückläufig. Seit Mitte der 2000er Jahre kam es zu einem Rückgang um 5,7 Prozent von 4878 auf 4599. Ähnlich sieht es bei Unfällen mit Kindern aus. Trotz eines leichten Anstiegs im vergangenen Jahr (plus 2,5 Prozent) reduzierte sich die Zahl in den vergangenen zehn Jahren um 18,2 Prozent. Bei solchen Unfällen wurden im Jahr 2015 drei Kinder getötet und 323 verletzt. Deutlich zugenommen haben nach Polizeiangaben die Schulwegunfälle - und zwar um 53,2 Prozent auf 72. Es kam dabei kein Kind ums Leben, allerdings verdoppelte sich die Zahl der zumeist leicht Verletzten auf 91. Grund für den Anstieg war ein Sondereffekt: Im Juli 2015 war in Lappersdorf (Kreis Regensburg) ein Schulbus in ein Wohnhaus gekracht. Nahezu konstant blieb die Zahl der Fälle unter Beteiligung so genannter "junger Erwachsener" im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Die Statistik weist 3025 Unfälle aus. Im Jahr zuvor waren es 2986. Öfter betroffen waren jedoch Senioren ab 65. Bei 2201 Unfällen wurden 24 Senioren tödlich verletzt. Die ähnliche Entwicklung bei den Radfahrern: Sie waren in 947 Fälle verwickelt, ein Plus von 8,7 Prozent. Sechs Radler kamen ums Leben, 870 wurden verletzt.

Weitere Drogenkontrollen


Während die Unfälle unter Drogeneinfluss zunahmen, registrierten die Polizisten im vergangenen Jahr einen Rückgang bei den Alkoholunfällen. Bei 407 Unfällen, 20 weniger als 2014, starben acht Menschen, 186 wurden verletzt. Nach Drogenfahrten kam es zu 33 Kollisionen - nach 25 im Jahr zuvor. Eine Person kam ums Leben, 20 Menschen erlitten Verletzungen. Das Polizeipräsidium kündigte deshalb weitere Kontrollen und den gezielten Einsatz von Drogenvortestgeräten an.
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